EU will in den Arktischen Rat

[dpa, Archiv]

Die Arktis ist eine strategisch wichtige Region. 30 Prozent der weltweit unentdeckten Erdgasvorkommen werden im hohen Norden vermutet. Die Arktis – sie wird von rund einer Million Menschen bevölkert – tangiert auch unmittelbar einige EU-Staaten. Daher will nun die EU als Institution in dieser Gegend mehr mitzureden haben.

Bei der am Dienstag (23. April) im Norden Norwegens, in Tromsø, stattfindenden Parlamentarier-Konferenz der Barentssee-Anrainerstaaten wird der Wunsch nach Aufnahme der EU als permanenter Beobachter in den Arktischen Rat deponiert.

Mit dem Fall des Eisernen Vorhangs, dem Zusammenbruch des kommunistischen Ostblocks und damit dem Ende des Zeitalters des Kalten Krieges eröffneten sich an der Wende der 80er zu den 90er Jahren neue Perspektiven für eine Kooperation an der Nordspitze der Erdkugel. So wurde bereits 1991 die "Arctic Environmental Protection Strategy" ins Leben gerufen, 1996 der Arktische Rat gegründet. Ihm gehören Dänemark, Finnland, Island, Kanada, Norwegen Russland, Schweden und die USA an. Dieser Arktische Rat hat sich unter anderem die Förderung des Klimaschutzes und der Sicherheit in der Region zum Ziel gesetzt. 2011 wurde ein Abkommen über Such- und Rettungseinsätze in der Arktis abgeschlossen.

Arktisforschung: EU größter Beitragszahler

Der Wunsch der EU, in die Arbeit dieses Gremiums mit eingebunden zu werden, wird heute im Namen des Europäischen Parlaments von dessen Vizepräsidenten Othmar Karas offiziell vorgetragen. Die Begründung: "Die EU ist der größte Beitragszahler für Arktisforschung. Für die Klima-, Rohstoff- und Umweltpolitik der EU hat die Arktis strategische Bedeutung. Sie war stark von den Auseinandersetzungen des kalten Krieges betroffen. Heute ist sie ein gutes Modell für funktionierende regionale Kooperation geworden."

Die Entscheidung über die Aufnahme der EU in den Arktischen Rat soll Mitte Mai dieses Jahres beim Ministertreffen des Rats im nordschwedischen Kiruna fallen.

Herbert Vytiska

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