Knapp ein Drittel des Gesamtenergieverbauchs in Deutschland wird durch den Personen- und Güterverkehr verbraucht. Hier bieten besonders Gasfahrzeuge großes Potenzial zur Emissionsminderung und CO2 –Einsparung. Eine Position des Deutschen Verbandes Flüssiggas (DVFG).
An der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes (HTW) ist die Einsparung von Kohlenstoffdioxid bei gasbetriebenen Fahrzeugen im Vergleich zu herkömmlichen Benzinfahrzeugen untersucht worden. Mit der sogenannten Well-to-Wheel Studie, die den gesamten umweltrelevanten Prozess von der Förderquelle (Well) bis zum Einsatz im Fahrzeug (Wheel) erfasst, wurden Berechnungen zur tatsächlichen Umweltentlastung vorgelegt.
Die ganzheitliche Betrachtung von der Förderquelle bis zum Fahrzeugbetrieb hat gezeigt, dass Fahrzeuge mit Flüssiggas im Vergleich zu Benzinern pro gefahrenen Kilometer den Kohlenstoffdioxid-Ausstoß um 26,8 Gramm reduzieren und selbst im Vergleich zu erdgasbetriebenen Fahrzeugen noch einen Vorteil von 5,5 Gramm pro Kilometer aufweisen.
Bestätigt wird das auch durch den "Leitfaden über den Kraftstoffverbrauch, die CO2-Emissionen und den Stromverbrauch", der im Aufrag des Verbands der Automobilindustrie (VDA) und des Verbandes der Internationalen Kraftfahrzeughersteller e.V. (VDIK) gemeinsam herausgegebenen wurde. Von den zehn sparsamsten Pkw-Modellen mit Gasantrieb fahren acht mit Autogas.
"Autogas, also Flüssiggas für die Mobilität, ist ein klassisches Nebenprodukt der Erdgas- und Erdölgewinnung sowie der Raffination. Es ist in ausreichendem Maße verfügbar und stellt eine effiziente Ressourcennutzung dar. Angesichts der stetig steigenden Kosten für Benzin und Diesel sind gerade Fahrzeuge mit Gasantrieb eine kostengünstige Alternative. Darüber hinaus tragen sie auch zu einer deutlichen Senkung der Emissionen im Straßenverkehr bei, da weniger Schadstoffe wie Kohlendioxid, Stickoxide oder Feinstaub freigesetzt werden", so fasst Rainer Scharr, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Verbands Flüssiggas, die Vorteile von Autogas zusammen.
In Deutschland setzen immer mehr Verbraucher auf alternative Kraftstoffe. Dabei liegen Fahrzeuge mit Gasantrieb klar im Trend: Über 500.000 Fahrzeuge fahren allein in Deutschland mit Autogas, gefolgt von ca. 80.000 erdgasbetriebenen Fahrzeugen sowie rund 7.000 Elektro-Autos und weiteren alternativ betriebenen Fahrzeugen.
Der bisherige Jahresverlauf 2012 zeigt, dass gerade Autogas-Fahrzeuge stärker nachgefragt werden. Allein im Monat Oktober kamen laut Kraftfahrtbundesamt 1.150 Autogas-Fahrzeuge, die ab Werk mit einer Autogas-Anlage ausgerüstet sind, neu in den Verkehr. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (jeweils Januar bis Oktober) ergibt sich eine Steigerung von 181 Prozent.
Hinzukommen außerdem noch die Fahrzeuge, die nach der Erstzulassung nachträglich mit Autogas ausgerüstet wurden.
Die große Akzeptanz der Verbraucher für Autogas liegt nicht zuletzt an der sehr gut ausgebauten Tankstelleninfrastruktur. Mit über 6.500 Autogas-Tankstellen in Deutschland und mehr als 40.500 Stationen in ganz Europa ist eine flächendeckende Versorgung gewährleistet.
Hintergrund: Der Deutsche Verband Flüssiggas e.V.
Der Deutsche Verband Flüssiggas e. V. (DVFG) ist bereits seit 1949, also seit dem Gründungsjahr der Bundesrepublik, die national und international anerkannte und kompetente Vertretung der Flüssiggas-Wirtschaft in Deutschland. Der DVFG engagiert sich im Forschungs- und Entwicklungsbereich und arbeitet in relevanten Normungsausschüssen sowie weiteren Gremien mit, um den effizienten Einsatz von Flüssiggas weiter voranzubringen. Weitere Informationen zu Autogas unter www.autogastanken.de
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