Deutschland treibt Desertec voran

Aus der Wüste soll Strom nach Europa fließen. Frage: Mit Hilfe der Sonne oder des Windes? Foto: Uwe Drewes / pixelio.de

Zusammen mit vier anderen Ländern forciert die Bundesregierung einem Zeitungsbericht zufolge die Realisierung des multinationalen Wüstenstromprojekts Desertec. Im November wollen sie einen Vertrag für den Bau eines ersten Solarkraftwerks schließen.

Deutschland, Frankreich, Italien, Marokko und Spanien hätten Gespräche über ein gemeinsames Abkommen begonnen, berichtet die Süddeutsche Zeitung. Es solle den Bau eines 600 Millionen Euro teuren Solarkraftwerks ermöglichen sowie den Import von Strom aus Sonnenenergie nach Europa regeln.

Bereits im November solle eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichnet werden, bericht die Zeitung mit Berufung auf Regierungskreise in Marokko und Deutschland. Im ersten Halbjahr 2013 soll ein Regierungsabkommen dieser und möglicherweise weiterer Länder folgen.

Marokkos Industrieminister Abdelkader Amara bestätigte der Zeitung gegenüber die Pläne für ein internationales Abkommen. "Die Kooperation mit Europa ist eine wichtige Achse unserer Energie-Strategie", so Amara. Auf der Desertec-Jahreskonferenz Anfang November könnten die Pläne bereits vorgestellt werden.

Eine Sprecherin von Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) sagte der Süddeutschen: "Es gibt Gespräche mit mehreren Staaten und verschiedenen Ministerien." Die Pläne sähen Regierungskreisen zufolge vor, den Transport des Solar-Stroms nach Spanien sowie dessen Bilanzierung in die EU-Ökostromziele der beteiligten Länder rechtlich zu regeln.

Es seien allerdings noch mehrere Hürden zu überwinden, heißt es der Zeitung zufolge in den Verhandlungskreisen. Angesichts der angespannten Finanzlage gelte es Spanien bei dem Projekt nicht zu überfordern. Auch zwischen Deutschland und Frankreich gebe es in den Details der Umsetzung noch Unterschiede. Die EU fördere die Pläne.

dto

Links

Presse

Süddeutsche Zeitung: Fünf für die Wüstenstrom-Vision (31. Oktober 2012)

Zum Thema auf EURACTIV.de

Van Son: "Es fehlt nachhaltige Energie, die aus dem Ausland kommen muss" (8. August 2011) 

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