Deutsche und Franzosen beraten über das Elektro-Auto

Mit welchem Stecker wird Strom getankt? Foto: wrw / pixelio.de

Für die elektrische Revolution auf Europas Straßen fehlt es an Koordinierung und Standards. Deutschland und Frankreich wollen Vorreiter sein. Der WWF warnt vor klimaschädlichen Stromfressern.

Im März vereinbarten Bundeskanzlerin Merkel und Staatspräsident Sarkozy die Gründung der deutsch-französischen „Arbeitsgruppe Automobil“. Der Fokus: Kooperationen und Initiativen zur Elektromobilität.

Am 11. Mai trafen sich die zuständigen Staatssekretäre Jochen Homann und Luc Chatel, sowie Vertreter von BMW, Daimler, Volkswagen, PSA, Renault, EON, RWE, EDF, Bosch, Evonik, Schneider Electric, Valéo, DIN und dem Bureau de normalisation de l’automobile in Berlin und berieten die enge Zusammenarbeit. Ergebnisse sollen beim deutsch-französischen Ministerrat im November präsentiert werden.

Die Arbeitsgruppe soll die Entwicklung und Markteinführung von Elektro-Autos fördern. Hierfür sei die Koordinierung zwischen der Automobilindustrie, der Stromwirtschaft und den Herstellern von Batterietechnik nötig.

Grundgedanke ist, rivalisierende technische Standards zu vermeiden und Pilotprojekte abzustimmen.  Standards sind beispielsweise für den Ladevorgang der Elektroautos notwendig, um den grenzüberschreitenden Verkehr zu ermöglichen.

Eine Millionen Elektro-Autos im Jahr 2020

Der Energiekonzern RWE testet zurzeit in Berlin gemeinsam mit dem Autohersteller Daimler ein Netz von Ladestationen und die alltägliche Nutzung von Elektro-Autos. Auf Basis des Pilotprojekts wollen RWE und Daimler eine internationale Standardisierung der Schnittstelle zwischen Ladestation und Auto vorantreiben. Der eigene Stecker für den Ladevorgang wird laut RWE-Angaben bereits von den 20 größten europäischen Energieversorgern und Automobilherstellern als Standard akzeptiert.

Ende 2008 hat das Bundeskabinett den Nationalen Entwicklungsplan Elektromobilität verabschiedet, der den Rahmen für eine Markteinführung von Plugin-Hybrid- und Elektrofahrzeugen in Deutschland setzen soll. Ziel ist, dass bis zum Jahr 2020 eine Million am Stromnetz aufladbare Elektrofahrzeuge und so genannte Plugin-Hybrid-Fahrzeuge auf deutschen Straßen fahren. Deutschland soll in den kommen Jahren zum „Leitmarkt für Elektromobilität“ werden, wie es in einer Erklärung der Bundesregierung heißt.

Der Umweltverband WWF warnt indes vor zukünftigen Klimabelastungen durch Elektroautos. Beziehen sie ihren Strom aus Kohlekraftwerken, könnte laut WWF ihr indirekter CO2-Ausstoß pro Kilometer über den Zielvorgaben der EU liegen.
Neue Anwendungen für Strom seien nur auf Basis von CO2-freier bzw. -neutraler Stromerzeugung klimapolitisch akzeptabel, heißt es in einer WWF-Studie zu CO2-Einsparungen durch Elektro-Autos.

Die Strombegeisterung der Industrie kann der WWF nicht teilen: "Der realistischerweise erwartbare Beitrag der Elektromobilität zur Erreichung der Klimaschutzziele bis 2020 ist gering", so das Ergebnis der Studie.

Weiterführende Dokumente:

Institution:

Bundesumweltministerium: Nationaler Entwicklungsplan Elektromobilität

Bundesumweltministerium: Pressemitteilung zum Nationalen Entwicklungsplan

Verband:

WWF: Studie zu den Auswirkungen von Elektroautos auf den Kraftwerkspark   und die CO2-Emissionen in Deutschland

Alexander Wragge

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