Zum fünften Mal wird der Clean Tech Media Award, verliehen; diesen Freitagabend werden auf einer Gala in Berlin die Preisträger vorgestellt – aus klassischen Industrien, der Luftfahrt und neuerdings sogar aus der Musikbranche.
Wieder wird der Grüne Teppich ausgerollt: Der Clean Tech Media Award wird heute, Freitag, im Tempodrom zu Berlin an die Preisträger verliehen – "in einer natürlich klimaneutralen Location", wie Organisator Marco Voigt anmerkte und stolz betonte, dass während der mehrstündigen Galaveranstaltung "möglichst wenig CO2-Ausstoß produziert wird".
Der Award soll den Einsatz von innovativen Umwelttechnologien und einen nachhaltigen Lebensstil fördern. In sieben Kategorien hatten sich 89 Bewerber aus Deutschland und anderen Ländern bei der 45-köpfigen Jury um den Preis beworben: Energie, Kommunikation, Lebensstil, Luftfahrt, Mobilität, Nachwuchs und Musik. Im nächsten Jahr soll als achte Kategorie die Entsorgungs- und Kreislaufwirtschaft dazukommen.
Zuvor stellten die Initiatoren und Sponsoren auf einer Pressekonferenz vor, was sich in ihren Unternehmen und Institutionen an ressourcenschonenden Maßnahmen tut.
Heike Schiffler (Tetra Pak) schilderte, wie man Schraubverschlüsse aus Zukerrohr anstrebe und das Verpackungsmaterial möglichst zu hundert Prozent aus nachwachsenden Materialien erzeugt wird. Auch das Gewicht der Verpackungen habe Tetra Pak schon auf ein absolutes Minimum reduziert.
Petra Warnecke (Veolia) zählte Beispiele auf, die die Wassersparte ihres Konzerns beschäftigen. So sollen Klärwerke, die bislang zu den größten Stromverbrauchern in den Kommunen gehören, nicht nur energieautark werden, sondern künftig wie ein Kraftwerk sogar Energie erzeugen. Außerdem arbeitet Veolia an elektronischen Spürnasen, die Leckagen in den Abwasserkanälen entdecken sollen. Da der Trinkwasserverbrauch in Berlin in den vergangenen Jahren infolge Wassersparmaßnahmen um vierzig Prozent zurückgegangen sei, werde das zu wenig ausgelastete Kanalnetz unterfordert und bilde mit Verkeimung, Verschmutzung und Verstopfung Risiken fürs Grundwasser, wenn ungeklärte Abwässer durch Lecks austreten.
Boris Schucht (50Hertz) erklärte, warum sich sein Unternehmen als Übertragungsnetzbetreiber als Innovationsweltmeister erneuerbarer Energie einstuft. 50Hertz versorgt im Norden und Osten Deutschlands 18 Millionen Menschen mit Strom und betreibt mit Nachdruck klimafreundliche, sichere und wirtschaftliche Energieversorgung.
Jean Botti (EADS), Franzose mit italienischen Wurzeln, gab Einblick in die Innovationen beim Fliegen, das immer noch als Quelle großer Verschmutzung gelte, und sprach von neuen Lösungen bei Motoren, Materialien und Dynamikfragen.
Johann-Dieter Wörner (Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt, DLR) erläuterte, wie das Branchenwachstum (Steigerungsraten von fünf Prozent) von der Umweltbelastung abgekoppelt werden soll. Kleines Beispiel, was ein optimales Flughafenmanagement erreichen kann: Allein das Rollen der Flugzeuge zur Startbahn verbrauche auf dem Flughafen Frankfurt am Main pro jahr 30.000 Tonnen Kerosin.
Morton Harket aus Norwegen, einstiger Frontmann der Band a-ha und mittlerweile Solosänger, philosophierte vor den Journalisten über Verantwortung und Natur und Mensch. Der Mensch zeichne sich dadurch aus, dass er Fragen stellen könne. Und wenn er einmal ein Problem wahrgenommen habe, entstehe praktisch automatisch eine Verantwortung. Der jetzt neu geschaffene "Green Music Award" belohnt Initiativen, die in allen Bereichen der Musik – von Produktion über Vertrieb bis zu Aufführungen und Megaevents – den CO2-Ausstoß minimalisieren sollen. Morton Harket ist in vielen Umweltprojekten engagiert und ist der erste Empfänger des Green Music Award.
EURACTIV.de ist Medienpartner des Clean Tech Media Award.
ekö

