In der Debatte um Netzneutralität versus Zweiklassen-Internet hat die verantwortliche EU-Kommissarin Neelie Kroes erneut klargestellt, dass sich beides aus ihrer Sicht nicht ausschließt. In ihrem aktuellen Blog-Eintrag schreibt sie:
"Derzeit erleben zu viele Europäer, dass Angebote im Netz von ihren Internet-Providern geblockt und gedrosselt werden. Ich glaube, jeder Europäer sollte einen vollen und offenen Zugang zum Internet haben, absolut garantiert, ohne solche Diskriminierung. Und deshalb werde ich neue Regeln vorschlagen, die solche Praktiken ein für alle Mal beenden werden. Und ich weiß, dass die Konsumenten die Nase voll haben, schlecht behandelt zu werden; die Nase voll haben von ihren Anbietern, die ihre Geschäftsbedingungen rückwirkend und intransparent ändern; und die Nase voll haben von Verträgen, die einem nicht sagen, welche Geschwindigkeit und Qualität man tatsächlich hat. In einem auf Wettbewerb basierten und transparenten Markt sollten die Konsumenten wissen, was sie bekommen und darüber mit den Füßen abstimmen können."
[…] "Ich stimme zu, dass das Internet eine wichtige Plattform der Redefreiheit ist. Deswegen habe ich die Absicht, den restriktionslosen Zugang dazu zu garantieren – es wäre das erste Mal, dass es diese europaweite Garantie geben würde. Doch Premium-Dienste beschränken diese Freiheit in keiner Weise. […] Auch wenn man nicht für ein solches Premium-Angebot extra bezahlen will, so verdient man natürlich trotzdem ein gutes Produkt und meine Vorschläge sehen vor, dass dieses "Best Efforts"-Internet besser wird. Es ist ein Fakt, dass das Internet nicht kostenlos ist. […] Den Zugang für alle zu einem offenen Internet zu sichern – das ist meine Priorität."
mka
