„Europa liebt Wi-Fi“ – zu diesem Schluss gelangt die EU-Kommission in einer neuen Studie. Sie will deshalb den neuen Bedürfnissen der Nutzer entgegenkommen und mehr Funkfrequenzen zur Verfügung stellen.
Eine Studie der EU-Kommission bestätigt den Trend: Immer mehr Menschen gehen kabellos ins Internet. Besonders beliebt ist der Zugang via Wi-Fi (auch "WLAN" genannt), lokale Funknetzpunkte, die mittlerweile in den meisten Büros und vielen Haushalten selbstverständlich sind. Im Gegensatz zum Internetzugriff über die Netze der Mobilfunkanbieter entstehen dem Nutzer dabei keine zusätzlichen Kosten.
Die Kommission nimmt die nach eigenem Bekunden "überraschenden" Ergebnisse der Untersuchung zum Anlass und empfiehlt einen Ausbau der drahtlosen Netzinfrastruktur sowie die Bereitstellung zusätzlicher Funkfrequenzen. "Wi-Fi hat einen riesigen Erfolg und ist für alle Beteiligten von Vorteil. Ich werde mich dafür einsetzen, dass die Europäische Kommission mit zusätzlichen Frequenzen und weniger Regulierung an einer Ausweitung der Wi-Fi-Nutzung mitwirkt", so EU-Kommissarin Neelie Kroes, zuständig für die Digitale Agenda.
Ein Netzwerk aus vielen kleinen Netzen
Der Ausbau der "kleinzelligen Funkinfrastruktur" über Wi-Fi-Hotspots solle die bestehenden 3G/4G-Netze ergänzen und entlasten, so die Kommission. Die Netzbetreiber könnten dadurch viele Millionen Euro einsparen. Auch die Verbraucher würden Geld sparen: Jedes Mal, wenn sie mit ihrem mobilen Gerät in die Reichweite eines Wi-Fi-Hotspots kämen, würden sie sich mit diesem kostenlos verbinden, anstatt für den Mobilfunk-Datenverkehr über die großflächigen Funknetze zu bezahlen. Die kleinen Funkzellen könnten außerdem die Reichweiter der Netze erhöhen, beispielsweise in großen Gebäuden, in denen der Empfang oft beeinträchtigt ist.
"Systeme, bei denen die Verbraucher ihr eigenes Wi-Fi-Netz mit anderen teilen, sind ein gutes Beispiel dafür, wie wir alle gemeinsam ein besseres Internet für alle erreichen können. Alle Menschen in Europa sollten die Möglichkeit haben, ins Internet zu gelangen, auch wenn sie gerade nicht zu Hause oder am Arbeitsplatz sind", so Kroes.
2012 liefen 71 Prozent des gesamten drahtlosen Datenverkehrs über Smartphones und Tablets. Die Kommission rechnet mit einem Anstieg auf 78 Prozent bis 2016. Zwischen 2012 und 2017 soll das Mobilfunk-Datenverkehrsaufkommen um jährlich 66 Prozent wachsen.
pat
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EU-Kommission: Europa liebt Wi-Fi: neue Studie empfiehlt Bereitstellung von mehr Frequenzen (1. August 2013)

