German Angst vor klugen Robotern

Künstliche Intelligenz - eine Bedrohung für die Menschheit? [shutterstock/Sarunyu L]

Das Gruselige an der Künstlichen Intelligenz (KI) ist, dass sich kaum absehen lässt, wie weit die Anwendungen gehen werden. Und ob es gelingt, sie politisch so zu steuern, dass der Mensch am Ende die Oberhand behält. Unter den Deutschen überwiegt die Skepsis.

Natürlich bietet die KI viele Chancen: Sie kann medizinische Diagnosen unterstützen, industrielle Arbeitsbedingungen verbessern, Verkehrssysteme optimieren und vieles mehr. Sie kann aber auch Drohnen in Kriegsgebiete steuern, dort über Leben und Tod entscheiden, mit autonom fahrenden Teslas Fußgänger überfahren oder qualifizierte Arbeitnehmer durch Roboter ersetzen – wenn man sie lässt.

Das Sammelsurium an Chancen und Risiken ist kaum überschaubar. Nicht umsonst bezeichnete der Star-Physiker Stephen Hawking die KI einst als das „Beste oder das Schlimmste, was die Menschheit jemals erfunden hat.“ Es kommt darauf an, was man daraus macht.

Künstliche Intelligenz und europäische Werte

Die Debatte um Künstliche Intelligenz dreht sich nicht nur um technische Fragen, sondern auch um ethnische. In der EU trägt dazu wesentlich der EWSA bei, der Anfang der Woche ein „Stakeholder-Gipfel“ zum Thema durchführte.

Wie überall scheiden sich auch in Deutschland in Sachen KI die Geister, wie eine aktuelle YouGov-Umfrage zeigt. Knapp jeder Zweite (45 Prozent) nimmt zwar ein ausgeglichenes Nutzen-Risiko-Verhältnis wahr, ein Viertel (26 Prozent) bewertet das Risiko allerdings als höher als den Nutzen. Dem stehen nur 15 Prozent der Befragten gegenüber, die mehr Nutzen als Risiken sehen. Insgesamt überwiegt also die Skepsis.

Die Erwartungen an die KI hängen allerdings auch sehr mit dem Alter zusammen: je älter, desto skeptischer. Das ist nicht überraschend, sondern ein typisches Meinungsbild bei um Fragen des technologischen Fortschritts. „Während die Millennials (18-36 Jahren) eher eine ausgeglichene Wahrnehmung von Nutzen (18 Prozent) und Risiko (22 Prozent) haben, sind die Baby Boomer deutlich ängstlicher (13 Prozent sehen Nutzen, 29 Prozent Risiko)“, heißt es in der YouGov-Auswertung der Befragung. Die Babyboomer sind heute zwischen 54 und 72 Jahre alt. Zwischen Millennials und Babyboomern liegt noch die Generation X – dazwischen sowohl vom Alter als auch von den Befragungsergebnissen her.

Allerdings ist KI nicht gleich KI. Wie eingangs schon dargestellt wurde, können die Systeme in sehr unterschiedlichen Bereichen zur Anwendung kommen. Besonders groß ist die Skepsis der Umfrage zufolge, wenn Gerechtigkeitsfragen betroffen sind. So lehnen 77 Prozent den Einsatz in Vorstellungsgesprächen ab, auch wenn die KI vielleicht objektivere Bewertungen vornehmen könnte, als ein Personalchef, dem auch mal die Nase des Bewerbers nicht passt. Der Umfrage zufolge finden die Deutschen eine KI-gesteuerte Auswahl sogar noch etwas schlimmer als die Anwendung KI-gesteuerter Waffensysteme in kriegerischen Auseinandersetzungen.

Weniger Probleme haben die Befragten beispielsweise mit autonom fahrenden Autos. Nur eine kleine Mehrheit von 52 Prozent ist dagegen. Aber immerhin eine Mehrheit. Auch bei Telefonaten mit einer Servicehotline hat nur eine knappe Mehrheit etwas dagegen, wenn am anderen Ende der Leitung ein Roboter spricht.

Künstliche Intelligenz – ein Fall für das Völkerrecht

Der Gedanke, Roboter für uns arbeiten zu lassen, ist verlockend. Doch was, wenn die Maschinen irgendwann intelligenter und effektiver sind als die Menschen? Künstliche Intelligenz muss reguliert werden.

Schlechte Nachricht für Journalisten: Mehrheiten für den KI-Einsatz gibt es laut der Umfrage nur bei der Erstellung von Nachrichten. Allerdings wurde lediglich nach recht einfachen Texten gefragt, bei denen keine größeren journalistischen Fähigkeiten gefragt sind. So wären 45 Prozent der Befragten einverstanden, wenn der Bericht über ein Fußballspiel von einer KI erstellt wird (41 Prozent dagegen). Bei Berichten über den Aktienkurs eines Unternehmens sind 49 Prozent dafür und 37 Prozent dagegen.

Insgesamt offenbaren die Ergebnisse große Skepsis. Für die politisch Verantwortlichen heißt das: Es braucht mehr Informationen, mehr öffentliche Debatte und mehr politische Maßnahmen, durch die die KI klare Grenzen und Regeln bekommt.

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