Lobbyist: Deutlich mehr digitale Gesundheits-Startups während der Pandemie

Lobbyist Blomeyer: "Mehr als 20 Prozent der Startups [im Gesundheitsbereich] sind in den ersten Monaten der Pandemie entstanden." [Shutterstock/everything possible]

Die COVID-19-Pandemie könnte offenbar die Digitalisierung des Gesundheitswesens beschleunigen. Zumindest sind während der Pandemie zahlreiche neue Startups auf den Plan getreten, so der Startup-Lobbyist Benedikt Blomeyer im Gespräch mit EURACTIV.com.

Er sehe „großes Potenzial“ für digitale Lösungen im Gesundheitsbereich, so der Chef für EU-Politik bei Allied for Startups, einem globalen Netzwerk von Startup-Verbänden.

Blomeyer betonte: „Mehr als 20 Prozent der Startups [im Gesundheitsbereich] sind tatsächlich in den ersten Monaten der Pandemie entstanden. So etwas ist in keinem anderen Wirtschaftszweig denkbar.“

Es sei davon auszugehen, dass es weiteres, deutliches Wachstum im EU-Gesundheitsmarkt geben wird: „Wir beobachten Zahlen, die darauf hinweisen, dass sich der Markt für Telemedizin und digitale Therapien in den kommenden fünf Jahren vervier- oder verfünffachen wird.“

Angesichts der Pandemie gebe es „einen enormen Schub und ein enormes Potenzial, das Beste aus der digitalen Gesundheit herauszuholen“.

UN-Generalsekretär: Nach dem Coronavirus wird die Welt noch digitaler werden

Die Welt nach dem Coronavirus wird eine andere und viel digitalere Welt sein als zuvor, sagte der Generalsekretär der Vereinten Nationen in einem Interview mit EURACTIVs Medienpartner Efe.

Der Experte nannte mehrere Beispiele für Startups, die während der Pandemie entstanden sind oder umgesattelt haben, beispielsweise Velmio – ein Unternehmen, das sich mit Schwangerschaftsproblemen beschäftigt, während der Pandemie aber eine COVID-Tracing-App für Nutzerinnen und Nutzer in Estland und Australien entwickelte.

Blomeyer betonte jedoch, dass im Bereich der Gesetzgebung mehr getan werden müsse, um das noch ungenutzte Potenzial im Bereich digitales Gesundheitswesen auszuschöpfen.

„In Deutschland ist im vergangenen Jahr [sic] das Digitale-Versorgung-Gesetz in Kraft getreten. Es ermöglicht die Kostenerstattung für Telemedizin, die Verschreibung von Digital Apps durch die Ärzteschaft und stellt auch gezielt Fördermittel für Gesundheitsinnovationen bereit. Wir brauchen Rahmenbedingungen, die die Kostenerstattung sowie digitale Lösungen erleichtern und einen Weg zur Erprobung dieser digitalen Therapien bieten,“ sagte er.

Der etwas andere Virenschutz: Hacker suchen nach Lösungen gegen COVID-19

In einem neuen Projekt wird die Start-up-Szene und Hacker-Gemeinschaft aufgerufen, innovative Lösungen für die alltäglichen Herausforderungen zu finden, die der Coronavirus-Ausbruch mit sich bringt.

In Bezug auf Erstattungen, E-Rezepte oder elektronische Patientenakten, fügte er hinzu, habe man es „immer noch mit nationalen Silos“ und einem Mangel an Interoperabilität über Grenzen hinweg zu tun. Ein Schritt in die richtige Richtung wäre seiner Ansicht nach ein gemeinsamer EU-Rahmen für die Kostenübernahme von digitalen Lösungen durch die öffentlichen Einrichtungen.

Der Start-up-Lobbyist abschließend: „Oft reden wir über Zuständigkeit der Mitgliedsstaaten versus Zuständigkeit der EU. Die Tatsache, dass man in einigen dieser Bereiche heute keine Kompetenz hat, bedeutet aber nicht, dass man nichts tun kann. Man könnte immer eine Liste von Best Practices vorlegen oder ein gewisses Repertoire von Do’s und Dont’s in einem bestimmten Bereich austauschen.“

Blomeyer baut offensichtlich auf den Wettbewerbsgedanken: Der gegenseitige Austausch könne „die Mitgliedstaaten dazu anspornen, mehr zu wollen und es besser zu machen.“

[Bearbeitet von Zoran Radosavljevic und Tim Steins]

Sinkevicius: Nach der Pandemie keine Rückkehr zum "Business as usual"

Nach der Pandemie kann es keine Rückkehr zum „Business as usual“ geben und kein noch so großer wirtschaftlicher Druck sollte die Gesellschaft dazu zwingen, Kompromisse bei der Gesundheit der Menschen und des Planeten einzugehen, so EU-Kommissar Virginijus Sinkevičius.

Mitsotakis: Viele EU-Staaten an digitalem Impfpass interessiert

Mehrere EU-Mitgliedsstaaten seien daran interessiert, den Vorschlag Griechenlands für ein digitales Zertifikat zu prüfen, das es geimpften Personen erlauben würde, zu reisen, „ohne einen negativen COVID-Test vorweisen zu müssen oder sich in Quarantäne zu begeben“, teilte Kyriakos Mitsotakis mit.

EU-Abgeordnete fordern Fokus auf Digital-Bildung

Die EU-Parlamentsabgeordneten haben die Mitgliedsstaaten aufgefordert, die durch die COVID-19-Pandemie vertieften „Digital-Lücken“ im Bildungswesen des gesamten Blocks zu schließen.

Melden Sie sich für "The Capitals" an

Vielen Dank für das Abonnieren des The Capitals Newsletters!
  • Mit EURACTIV immer auf dem Laufenden!

Subscribe to our newsletters

Subscribe
UNTERSTÜTZEN