Cambridge Analytica stellt Dienste ein

Cambridge Analytica überlebt den Facebook-Datenskandal nicht. [shutterstock/chrisdorney]

Nach dem Datenskandal bei Facebook stellt die umstrittene britische Datenanalysefirma Cambridge Analytica ihre Dienste ein.

Cambridge Analytica und das Mutterhaus Strategic Communication Laboratories (SCL) hätten Insolvenzantrag in Großbritannien gestellt, hieß es am Mittwoch in einer Unternehmenserklärung. Es habe sich gezeigt, dass das Geschäftsmodell nicht länger „rentabel“ sei. Als Grund nannte das Unternehmen „unbegründete Anschuldigungen“.

Cambridge Analytica steht im Zentrum des Skandals um den Datenmissbrauch beim Online-Dienst Facebook. Wie das Unternehmen am gestrigen Mittwoch bekannt gab, sollen „unverzüglich alle Tätigkeiten“ in Großbritannien und den USA beendet werden. Auch in den USA werde in Kürze Insolvenzantrag gestellt.

Beim Facebook-Skandal geht es um das Abschöpfen der Daten von rund 87 Millionen Facebook-Nutzern durch die Datenanalysefirma, die dann unerlaubt für den Wahlkampf des heutigen US-Präsidenten Donald Trump genutzt worden sein sollen. Zudem könnten auch für eine Pro-Brexit-Kampagne Kundendaten von britischen Bürgern in großem Umfang missbraucht worden sein. Cambridge Analytica hat die Vorwürfe zurückgewiesen und behauptet, die Daten der Facebook-Nutzer gelöscht zu haben.

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Am Mittwoch beklagte sich das Unternehmen, in den vergangenen Monaten wegen „zahlreicher unbegründeter Anschuldigungen diffamiert“ worden zu sein. Darunter hätten die Geschäfte gelitten. Das Unternehmen sei nach wie vor überzeugt, dass „die Mitarbeiter sich moralisch einwandfrei und rechtmäßig verhalten“ hätten. Durch das große Medieninteresse seien jedoch „nahezu alle Kunden und Zulieferer vertrieben“ worden.

Am Mittwoch veröffentlichte Cambridge Analytica auf seiner Website einen Bericht des britischen Anwalts Julian Malins. Der Bericht käme zu dem Ergebnis, dass die Anschuldigungen „nicht von den Fakten bestätigt“ würden, hieß es in der Mitteilung.

Auf beiden Seiten des Atlantiks wird der Skandal von Behörden und Parlamentsausschüssen untersucht. In Europa sind laut Facebook bis zu 2,7 Millionen Nutzer betroffen. Die politische Aufarbeitung hält weiter an.

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