Wien hält an Masken fest, Vorschriften werden österreichweit gelockert

Für den Rest Österreichs gilt die Aufhebung der Maskenpflicht zunächst für drei Monate. Rauch rechnet jedoch mit einer Wiedereinführung. [Shutterstock/Maria Junge Fotografie]

Österreich hat am Dienstag die Corona-Maßnahmen weiter gelockert, während Wien die Pflicht zum Tragen von FFP2-Masken in öffentlichen Verkehrsmitteln und Geschäften weiterhin beibehalten will.

Auf einer Pressekonferenz am Dienstag (24. Mai) sagten Gesundheitsminister Johannes Rauch von den Grünen und EU- und Verfassungsministerin Karoline Edtstadler von der konservativen ÖVP, dass die Pandemie zwar nicht vorbei sei, aber „uns eine Atempause verschafft.“

Ab dem 1. Juni wird das Tragen von FFP2-Masken in öffentlichen Verkehrsmitteln und Geschäften nicht mehr verpflichtend sein. Lediglich in Risikobereichen wie Krankenhäusern, Arztpraxen oder Pflegeeinrichtungen ist das Tragen von Gesichtsmasken weiterhin Pflicht.

Rauch empfahl dennoch das Tragen der Maske in belebten Zonen, in der Hoffnung, dass die Bürger:innen eine verantwortungsvolle Gefahreneinschätzung vornehmen. „Wir müssen raus aus dem Krisenmodus und lernen, mit der Pandemie zu leben“, so Rauch weiter.

Am Dienstagabend (24. Mai) verkündete Wiens sozialdemokratischer Bürgermeister Michael Ludwig, dass Wien einen strengeren Weg wählt und die Maskenpflicht für öffentliche Verkehrsmittel und Geschäfte beibehält. „Wir waren während der gesamten Coronakrise immer auf der sicheren Seite in Wien“, so Ludwig.

Für den Rest Österreichs gilt die Aufhebung der Maskenpflicht zunächst für drei Monate. Rauch rechnet jedoch mit einer Wiedereinführung.

Sowohl die Opposition als auch Wissenschaftler:innen äußerten schnell ihren Unmut. Michael Wagner, Mikrobiologe an der Universität Wien, kritisierte die mangelnde Solidarität mit Risikogruppen.

Auch die rechtsgerichtete freiheitliche Partei (FPÖ) und die Sozialdemokratische Partei (SPÖ) kritisierten die neuen Regeln scharf, während die liberale Partei Neos die Aussetzung der Maskenpflicht als positiv bewertete, aber darauf hinwies, dass Vorbereitungen für den Herbst notwendig seien.

Da die Maskenpflicht bis zum 8. Juli hätte bestehen bleiben sollen, bezeichnete SPÖ-Gesundheitssprecher Philip Kucher die neuen Ankündigungen der Regierung als „unzumutbares Verwirrspiel.“

Abgesehen von der Maskenpflicht ist die geplante Impfpflicht nach wie vor ausgesetzt und soll nach dem Sommer neu überdacht werden. Auch die täglichen PCR-Tests an Schulen werden laut Bildungsminister Martin Polaschek (ÖVP) ab 1. Juni eingestellt.

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