Tschechien informiert und impft seine Obdachlosen

In den vergangenen drei Tagen konnten in Prag über 110 Obdachlose Impfungen erhalten - eine Zahl, die von den Organisator:innen der Kampagne als Erfolg gewertet wird. Im Bild: Eine ähnliche Impfaktion in Los Angeles. [Shutterstock/Ringo Chiu]

Tschechische Non-Profit-Organisationen unter der Leitung der Heilsarmee haben eine Informations- und Impfkampagne für Obdachlose ins Leben gerufen. Das Programm startete bereits Mitte Juli in der Hauptstadt Prag und wird nun auf andere Teile des Landes ausgeweitet.

„Auf dem Hauptstadtgebiet gibt es viele Menschen, die durch alle sozialen Netze gefallen sind und keinen Zugang zur Impfung gegen COVID-19 haben. Gemeinsam [mit den NGOs] nehmen wir uns dieser Menschen an,“ erklärte Milena Johnová, Prager Stadträtin für Sozialpolitik und Gesundheit.

Die Stadt Prag übernimmt die Impfkosten für alle Obdachlosen, die nicht krankenversichert sind. Da man davon ausgeht, Menschen ohne festen Wohnsitz für eine Zweitimpfung nicht immer gut „tracken“ zu können, verwenden die Organisationen die Einmalimpfstoffe von Johnson & Johnson. Zusätzliche „medizinische Teams“ sollen außerdem den Gesundheitszustand nach der Impfung überwachen.

In den vergangenen drei Tagen konnten so über 110 Obdachlose Impfungen erhalten – eine Zahl, die von den Organisator:innen der Kampagne als Erfolg gewertet wird.

Die Aktion in der Hauptstadt soll dennoch ausgeweitet werden; informiert wird vor allem über Flugblätter. Mit Prag als Vorreiter wurden inzwischen auch in anderen größeren Städten Impfkampagnen für Obdachlose gestartet: Mobile Teams versuchen hier, Menschen unter anderem in Obdachlosenunterkünften, bei den Tafeln oder an Hotspots wie Parks und unter Brücken zu informieren und zu impfen.

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