In Sachsen gilt nun 2G

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn spricht während einer Pressekonferenz über die Ausweitung des Zugangs zur Covid-19-Auffrischungsimpfung in Berlin, 3. November 2021. [CARSTEN KOALL/EPA]

In Sachsen, wo die Epidemie wieder aufflammt, ist der Zugang zu Restaurants, Diskotheken und öffentlichen Versammlungen nur noch für vollständig geimpfte Personen möglich. Österreich geht ähnlich vor.

Ende Oktober hatte Gesundheitsminister Jens Spahn eine Lockerung der mit Corona verbundenen Beschränkungen erwogen. Diese Hoffnung wurde schnell enttäuscht: Am Freitag (5. November) verzeichnete das Land die höchste Zahl an Infektionen pro Tag (37.000 Fälle), die Krankenhäuser schlagen Alarm.

Dramatische Situation

Erneut ist Sachsen die am stärksten betroffene Region. Das Bundesland weist mit 57 % die niedrigste Impfquote auf, verglichen mit 67 % in Deutschland insgesamt. Die Inzidenzrate stieg auf 442 Fälle pro 100.000 Einwohner, das Doppelte des nationalen Durchschnitts.

„Die Situation ist dramatisch“, beklagt Petra Köpping, Sachsens Sozialministerin. Die Landesregierung beschränkt daher den Zutritt zu mehreren öffentlichen Orten auf diejenigen, die entweder geimpft oder genesen sind: Restaurants, öffentliche Versammlungen in Gebäuden, Diskotheken und so weiter.

Das Tragen einer Maske und Distanzierungsmaßnahmen sind ebenfalls Pflicht. Ausgenommen sind nur die, die medizinisch nicht geimpft werden können, und Schüler, die weiterhin regelmäßig in der Schule getestet werden.

Auf dem Weg zu einer dritten Dosis für alle

Die neuen Maßnahmen lassen viele Menschen in Sachsen erschaudern. Steffen Kache, Manager des Leipziger Nachtclubs Distillery, ist erschüttert: „Seit Ende September lassen wir nur noch Geimpfte und Genesene rein.

Und für ihn kommen Masken und Abstandsmaßnahmen nicht in Frage: „Für eine Diskothek ist das einfach nicht machbar: Wir werden schließen müssen“. Er befürchtet, dass er nicht vor Mai 2022 wieder öffnen kann: „Die Geimpften werden also wegen der Nichtgeimpften daran gehindert, zu uns zu kommen!

Auch Österreich zieht nach

Sachsen gibt heute den Anstoß, ebenso wie Österreich. In Deutschland könnten diese Einschränkungen für Nichtgeimpfte jedoch schnell auf andere Regionen, darunter Bayern und Baden-Württemberg, übergreifen.

Auch die neu gewählte Bürgermeisterin von Berlin, Franziska Giffey, sprach sich gestern für diese Lösung aus: „Wir müssen alles tun, um einen neuen Lockdown und die Schließung von Schulen zu vermeiden. Am Freitag (5. November) haben sich die Bundesregierung und die Bundesländer für einen raschen Zugang zu einer dritten Dosis des Impfstoffs für die gesamte Bevölkerung ausgesprochen.

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