Omikron-Variante breitet sich weltweit aus – Verdachtsfälle in NRW

Die neue Omikron-Variante des Coronavirus breitet sich rasant aus während aus Südafrika Berichte über einen sanfteren Verlauf kommen. EPA-EFE/YONHAP SOUTH KOREA OUT

Die neue Coronavirus-Variante Omikron breitet sich weiter aus: In den Niederlanden wurden am Sonntag nach Behördenangaben mindestens 13 Fälle der neuen Variante bei Reiserückkehrern aus Südafrika nachgewiesen.

Auch ein Verdachtsfall in Hessen wurde als Omikron-Infektion bestätigt. Erstmals wurden Verdachtsfälle aus Nordrhein-Westfalen gemeldet. Großbritannien verschärfte seine Einreiseregeln für alle, Israel schließt ab Sonntagabend seine Grenzen für Ausländer ganz.

Das hessische Sozialministerium bestätigte am Sonntag (28. November) nach einer vollständigen Sequenzierung, dass es sich bei einem Verdachtsfall um eine Omikron-Infektion handelt. Der vollständig geimpfte Reiserückkehrer war bereits vor einer Woche aus Südafrika über den Flughafen Frankfurt/Main eingereist.

Bayern meldete am Sonntagabend einen dritten „hochgradigen“ Verdachtsfall. Zwei am Mittwoch über den Flughafen München eingereiste Passagiere befinden sich nach einem positiven PCR-Test in häuslicher Isolation, wie das bayerische Gesundheitsministerium am Samstagabend mitteilte.

Eine Vollgenomsequenzierung soll Gewissheit bringen, ob es sich um die Omikron-Variante handelt. Ein dritter, am Freitag aus Kapstadt angekommener Passagier sei mit hoher Wahrscheinlichkeit mit der neuen Variante infiziert, erklärte eine Sprecherin des Landesamts für Gesundheit am Sonntagabend.

In Essen und Düsseldorf gebe es „erste Verdachtsfälle, die jetzt mittels Sequenzierung überprüft werden“, sagte ein Sprecher des nordrhein-westfälischen Gesundheitsministeriums der Rheinischen Post.

In den Niederlanden wurden am Sonntag die ersten Testergebnisse von 61 positiv auf das Coronavirus getesteten Reisenden aus Südafrika bekannt: Mindestens 13 von ihnen hätten sich mit der Omikron-Variante infiziert, teilten die Gesundheitsbehörden mit.

Die Auswertung der Tests sei aber noch nicht abgeschlossen, weitere Fälle seien möglich. Insgesamt waren rund 600 Südafrika-Rückkehrer, die am Freitag mit zwei Maschinen am Amsterdamer Flughafen eingetroffen waren, getestet worden.

In einer ganzen Reihe weiterer Länder wurde die neue Variante inzwischen ebenfalls nachgewiesen. In Australien wurden zwei vollständig geimpfte Flugpassagiere aus Südafrika positiv auf die Omikron-Variante getestet, wie die Behörden am Sonntag mitteilten. Auch in Dänemark wurde die Variante bei zwei Reisenden aus Südafrika nachgewiesen.

In Tschechien bestätigte ein Krankenhaus die Omikron-Infektion einer aus Namibia eingereisten Patientin. Aus Österreich wurde ein erster Verdachtsfall gemeldet. In Großbritannien wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums zwei miteinander in Verbindung stehende Omikron-Fälle entdeckt. Die Behörden meldeten einen dritten Fall, die Person habe Großbritannien inzwischen schon wieder verlassen.

Zahlreiche Länder, darunter auch Deutschland und weitere Mitgliedstaaten der EU, haben den Flugverkehr mit Südafrika und weiteren Ländern der Region beschränkt. Großbritannien und Israel gingen noch einen Schritt weiter und verschärften ihre generellen Einreiseregelungen.

Wie die britische Regierung ankündigte, müssen ab Dienstag alle Einreisenden zwei Tage nach ihrer Ankunft in Großbritannien einen PCR-Test machen und sich bis zur Vorlage des Ergebnisses isolieren.

British Airways setzte ihre Flüge nach Hongkong aus. Die „schwere Entscheidung“ sei getroffen worden, nachdem ein Besatzungsmitglied positiv getestet worden sei, das beim Abflug aus Großbritannienn noch negativ gewesen sei.

Israel wollte seine Grenzen ab Sonntagabend erneut komplett für Ausländer schließen. Ausnahmen müssten von einem Sonderkomitee genehmigt werden, teilte das Büro von Ministerpräsident Naftali Bennett mit. In Israel wurde bislang ein Omikron-Fall bei einem Rückkehrer aus Malawi bestätigt.

Die neue Coronavirus-Variante mit der Bezeichnung Omikron war am Donnerstag erstmals aus Südafrika gemeldet worden. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft die Variante als „besorgniserregend“ ein. Nach Angaben der WHO wird es jedoch mehrere Wochen dauern, bis Erkenntnisse über eine mögliche größere Übertragbarkeit oder eine reduzierte Wirksamkeit der Impfstoffe vorliegen.

Der südafrikanischen Ärztin Angelique Coetzee zufolge deutet vieles auf einen leichteren Krankheitsverlauf bei der neuen Variante hin. Dutzende ihrer Patienten wiesen zwar ungewöhnliche, aber milde Symptome auf, sagte Coetzee, die auch Vorsitzende des südafrikanischen Ärzteverbands ist, der Nachrichtenagentur AFP am Sonntag. Bei den meisten der rund 30 Patienten handele es sich um Männer unter 40 Jahren, die unter „extremer Müdigkeit“ litten.

Die US-Regierung lobte unterdessen Südafrika für seine „Transparenz“ gegenüber dem Rest der Welt seit der Entdeckung der Omikron-Variante. Südafrikas Regierung hatte zuvor die von vielen Ländern beschlossenen Reiseverbote für Südafrikaner beklagt. Sie liefen darauf hinaus, dass Südafrika für seine Transparenz und seine Fähigkeit, neue Varianten schneller zu erkennen, bestraft werde. Am Sonntagabend forderte Präsident Cyril Ramaphosa eine sofortige Aufhebung der Beschränkungen. Auch die WHO riet erneut von Flugverboten ab.

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