Österreich setzt Corona-Impfpflicht aus

Die Entscheidung stützt sich auf einen Expertenbericht und kommt etwas mehr als einen Monat nach Einführung der umstrittenen Vorschrift. [EPA-EFE/ANDRE COELHO]

Österreich hat die Impfpflicht für COVID ausgesetzt, da die Maßnahme angesichts der aktuellen Umstände „nicht verhältnismäßig“ sei. Das entschied die Bundesregierung am Mittwoch.

Die Entscheidung stützt sich auf einen Bericht der Expertenkommission, demzufolge die Impfpflicht aufgrund der Umstände der Omikron-Welle „nicht verhältnismäßig“ sei.

Der Bericht warnte jedoch auch vor dem zu erwartenden deutlichen Anstieg der Infektionen im Herbst, wenn der Impfschutz abnimmt. Dadurch wäre eine weitere Auffrischungsimpfung im Spätsommer notwendig.

Ohne entsprechende Vorbereitung könnten drastische Maßnahmen bis hin zu Lockdown bevorstehen, heißt es in dem Bericht, wie der ORF berichtet. Es sei „höchstwahrscheinlich“, dass nur durch eine Impfpflicht sichergestellt werden könne, dass ein hoher Anteil derjenigen, die ihre Immunität verloren haben, rechtzeitig aufgefrischt werde, heißt es in dem Bericht.

Österreichs neuer Gesundheitsminister Johannes Rauch sagte, er werde die Situation in drei Monaten neu bewerten, wenn der nächste Expertenbericht veröffentlicht werden soll.

Obwohl die Impfpflicht ausgesetzt wird, fordert der Minister die Bürger auf, „sich impfen zu lassen“. Gleichzeitig wies er darauf hin, dass eine neue Variante auftauchen könnte und dass niemand sicher sei, wie sich das Virus weiter entwickeln werde.

Die Infektionszahlen erreichen derweil aktuell einen historischen Höchststand. Am Mittwoch verzeichnete Österreich fast 50.000 neue Corona-Infektionen.

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