Mehrheit der Ungeimpften nicht von COVID-Impfung zu überzeugen

Menschen protestieren am 23. Oktober 2021 in Danzig, Nordpolen, gegen die COVID-19-Impfstoffe. Polen hat bereits 38.589.845 Dosen des Impfstoffs Covid-19 verteilt, wobei 19.818.102 Menschen vollständig geimpft wurden, wie aus den Daten auf der offiziellen Website der Regierung hervorgeht. [EPA-EFE/PIOTR WITTMAN]

In einer EU-weiten Umfrage gab die Mehrheit der Ungeimpften an, sie sei nicht von einer COVID-Impfung zu überzeugen. Insgesamt befürwortet aber eine Mehrheit die Impfung. Die Hälfte der Befragten ist mit der Impfstrategie der EU zufrieden.

„Die EU-Impfstrategie ist ein historischer Erfolg. Mit über 70 Prozent vollständig geimpft und über 50 Prozent mit Auffrischungsimpfung, haben wir gute Fortschritte gemacht“, twitterte Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides nach der Veröffentlichung des Eurobarometer-Berichts.

Der am Freitag (1. April) veröffentlichte Bericht „Einstellungen zur Impfung gegen COVID-19“ stellt eine insgesamt positive Haltung der Europäer:innen gegenüber der Impfung und der Strategie der EU fest.

Von mehr als 26 000 Menschen, die im Februar in der EU befragt wurden, gaben 82 Prozent an, dass sie Impfungen befürworten. Das heißt, dass sie geimpft sind und eine Auffrischungsimpfung erhalten haben oder eine erhalten möchten.

Die Unterschiede in der COVID-19-Impfrate zwischen den einzelnen EU-Mitgliedstaaten spiegeln sich dies auch in den Antworten der Befragten wider. Die Bandbreite der Befragten, die angeben, geimpft worden zu sein, reicht von 45 Prozent in Bulgarien bis zu 97 Prozent in Spanien.

Personen, die eine Impfung in Erwägung ziehen oder geimpft sind, aber eine Auffrischung ablehnen, bilden mit 5 Prozent die kleinste Gruppe in den Ländern der Union. Die größten Anteile mit über 10 Prozent wurden in Lettland, Bulgarien und Estland beobachtet.

Die Gruppe, die sich völlig gegen die COVID-19-Impfung ausspricht, liegt bei insgesamt 8 Prozent. Betrachtet man jedoch die einzelnen Länder, so ist sie in Bulgarien am größten, gefolgt von der Slowakei und Slowenien. In allen drei Ländern liegt sie bei über 20 Prozent.

Der Bericht zeigt außerdem, dass die Einstellung der Befragten zur Impfung altersabhängig ist. Über 55-Jährige befürworten mit einer größeren Wahrscheinlichkeit die Impfung.

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Gründe für die Nichtimpfung

Die Befragten, die sich „später“ oder „nie“ gegen COVID-19 impfen lassen wollen, wurden nach ihren Beweggründen gefragt.

„Die Tatsache, dass COVID-19-Impfstoffe nicht ausreichend getestet wurden“, wurde in dem Bericht als Hauptgrund für die Nichtimpfung angegeben.

Ein weiterer Grund für die Verweigerung einer Impfung ist „Besorgnis über mögliche Nebenwirkungen der COVID-19-Impfstoffe“. Außerdem vertretetn viele der Befragten die Auffassung, dass COVID-19-Impfstoffe nicht wirksam seien.

Alle Befragten – unabhängig von ihrem Impfstatus –  wurden zudem gefragt, was sie zu ihrer Entscheidung bewogen hat.

Auf diese Frage antworteten 30 Prozent der Befragten, dass sie eher bereit wären, sich impfen zu lassen, wenn sie „sehen, dass es unter den nicht geimpften Personen schwerere Verläufe von COVID-19 Erkrankungen gibt.“

Etwa drei von zehn Befragten gaben an, dass sie sich impfen lassen würden, wenn sie sehen, dass „mehr Menschen bereits geimpft wurden und wir sehen, dass es funktioniert und dass es keine größeren Nebenwirkungen gibt“ oder wenn „vollständige Klarheit darüber besteht, wie Impfstoffe entwickelt, getestet und zugelassen werden.“

Es gab auch weniger häufige Gründe, sich impfen zu lassen, beispielsweise eine Empfehlung des Arztes, die Tatsache, dass die Personen, die die Impfstoffe empfehlen, selbst geimpft sind, und die Tatsache, dass Impfstoffe in der EU entwickelt werden.

Von den Impfgegnern antworteten jedoch 65 Prozent, dass sie nichts davon überzeugen kann, sich impfen zu lassen.

Diejenigen, die bereits geimpft sind, gaben an, dass der Schutz vor schweren Krankheiten, Krankenhausaufenthalten und Tod für sie und ihre Angehörigen ein wichtiger Grund für die Impfung sei.

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[Bearbeitet von Zoran Radosavljevic]

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