Impfpflicht in Griechenland könnte ausgeweitet werden

Nach Angaben des Europäischen Zentrums für die Prävention von Krankheiten (ECDC) haben in Griechenland bisher 61,1 Prozent der Bevölkerung die erste Dosis erhalten; 51,7 Prozent sind vollständig geimpft. [EPA-EFE/ORESTIS PANAGIOTOU]

Die konservative griechische Regierungspartei Nea Dimokratia hat eine Ausweitung der Impfpflicht möglich gemacht: Das Gesundheitsministerium darf nun die Zahl der Berufsgruppen, für die eine Impfpflicht verhängt werden kann, erhöhen.

Die neuen Befugnisse des Gesundheitsministers Vassilis Kikilias wurden in einer Last-Minute-Änderung in einen Gesetzentwurf eingebracht. Die Oppositionsparteien zeigten sich überrascht.

Bisher gilt in Griechenland eine Impfverpflichtung für Angestellte im Gesundheitswesen und in Pflegeheimen. Wer sich gegen eine Impfung entscheidet, kann vorübergehend von der Arbeit suspendiert werden.

Mit ihren Maßnahmen will die Regierung die nationale Impfrate verbessern. Nach Angaben des Europäischen Zentrums für die Prävention von Krankheiten (ECDC) haben in Griechenland bisher 61,1 Prozent der Bevölkerung die erste Dosis erhalten; 51,7 Prozent sind vollständig geimpft.

Der jüngste Schritt sorgte für Kritik von Seiten der linken Oppositionspartei Syriza, die der Regierung eine „Bestrafung“ von Ungeimpften vorwarf. Darüber hinaus habe es keine vorherige Diskussion zwischen allen Parlamentsparteien über das Thema gegeben.

Syriza rief die Regierung auf, stattdessen das Bewusstsein für Wissenschaft und Impfstoffe zu schärfen. Man müsse die Menschen mit Argumenten statt mit Zwang dazu bewegen, sich impfen zu lassen.

Derweil kam es diese Woche erneut zu einer Demonstration von Impfgegner:innen in Athen, die in Straßenschlachten mit der Polizei endete. Einmal mehr nahmen auch zahlreiche Anhänger:innen der Neonazi-Partei Goldene Morgenröte daran teil.

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