Impfbündnis ruft reiche Staaten zum Umdenken bei ihrer Impfpolitik auf

Mittlerweile seien über drei Milliarden Menschen vollständig geimpft - doch viele wirtschaftlich benachteiligte Teile der Welt seien "auf der Strecke geblieben", erklärte das Bündnis. [NARENDRA SHRESTHA/EPA-EFE]

Ein Jahr nach den ersten Impfungen gegen Covid-19 am 8. Dezember 2020 hat das regierungsunabhängige Impfbündnis People’s Vaccine Alliance wohlhabende Länder zum Umdenken bei ihrer Impfpolitik aufgerufen.

Die Weigerung von Pharmaunternehmen, ihr Wissen und ihre Impfstofftechnologie offen zu teilen, und der mangelnde weltweite Zugang zu Impfstoffen hätten „den perfekten Nährboden für neue Varianten wie Omikron geschaffen“, erklärte das Bündnis am Montag.

Mittlerweile seien über drei Milliarden Menschen vollständig geimpft – doch viele wirtschaftlich benachteiligte Teile der Welt seien „auf der Strecke geblieben“, erklärte das Bündnis weiter, zu dem unter anderem die African Alliance, Oxfam und Unaids gehören.

Während Länder wie Großbritannien und Kanada genug Impfstoff für ihre gesamte Bevölkerung hätten, gebe es in den afrikanischen Länder südlich der Sahara zusammen gerade einmal genügend Dosen, um jeden achten Einwohner zu impfen.

Das Bündnis forderte, die Regelungen zu geistigem Eigentum für Corona-Vakzine auszusetzen, um das Monopol der Pharmaunternehmen auf Covid-19-Impfstoffe und -Behandlungen zu beenden.

„Was nützt es, innerhalb von 100 Tagen neue Impfstoffe zu entwickeln, wenn sie in begrenzten Mengen an den Meistbietenden verkauft werden und finanziell benachteiligte Länder wieder einmal auf der Strecke bleiben“, erklärte die Oxfam-Expertin für Gesundheitspolitik, Anna Marriott.

Die wohlhabenden Länder sollten darauf bestehen, „dass die Pharmaunternehmen Wissen und Technologie mit qualifizierten Herstellern in der ganzen Welt teilen“. Nur so könnten alle Menschen in allen Ländern Zugang zu Impfstoffen erhalten und die Pandemie beendet werden.

In einer Erklärung an die Verhandlungsführer der Europäischen Union und ihre Mitgliedstaaten kritisierte das Bündnis nach eigenen Angaben den Widerstand der EU gegen eine Ausnahmeregelung für geistiges Eigentum.

Die Entdeckung der Omikron-Variante sei „ein Beweis dafür, warum die Position der EU eine Bedrohung für alle Menschen darstellt“.

Weiter forderte das Bündnis außerdem, alle Impfstoffe, inklusive jeglicher Neuentwicklungen zur Bekämpfung der Omikron-Variante, zu „globalen Gemeinschaftsgütern“ zu erklären. Demnach sollen reichere Länder unter anderem finanzielle Mittel für einen „massiven Ausbau“ der Impfstoffproduktion weltweit bereitstellen.

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