Hälfte der hospitalisierten Patienten von Long Covid betroffen

Krankenpfleger:innen nehmen Abstrichproben von Menschen für Nukleinsäuretests in einem provisorischen Krankenhaus für Corona-positive Menschen in Shanghai, China, 18. April 2022. [EPA-EFE/SHAN SHI CHINA OUT]

Eine Nachfolgestudie ergab, dass in China zwei Jahre nach einer Krankenhauseinweisung mit Corona mehr als die Hälfte der Patient:innen noch immer mindestens ein Symptom aufweist. 

Für der bislang längsten Nachfolgestudie, die in der Fachzeitschrift The Lancet veröffentlicht wurde, wurden rund 1200 Patient:innen in Wuhan, China, beobachtet, die während der ersten Phase der Pandemie im Jahr 2020 mit dem Coronavirus ins Krankenhaus eingeliefert worden waren.

Im Allgemeinen verbesserte sich sowohl die körperliche als auch die geistige Gesundheit im Laufe der Zeit, unabhängig von der anfänglichen Schwere der Erkrankung.  Knapp 90 Prozent der Teilnehmer:innen waren nach zwei Jahren an ihren ursprünglichen Arbeitsplatz zurückgekehrt.

Sechs Monate nach der Ersterkrankung berichteten jedoch fast 70 Prozent der Befragten über mindestens ein lang anhaltendes Corona-Symptom. Zwei Jahre nach der Infektion litt mehr als die Hälfte der Studienteilnehmer:innen noch immer an mindestens einem Symptom.

„Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass ein gewisser Anteil der hospitalisierten Corona-Überlebenden die anfängliche Infektion zwar überwunden hat, aber mehr als zwei Jahre benötigt, um sich vollständig von der Krankheit zu erholen“, so der Hauptautor Bin Cao vom China-Japan Friendship Hospital, China.

Zu den Symptomen einer langen Corona-Erkrankung gehören Müdigkeit, Kurzatmigkeit, Muskelschwäche und Schlafstörungen.

Darüber hinaus deutet die Studie darauf hin, dass Corona-Patient:innen nach wie vor tendenziell einen schlechteren Gesundheitszustand und eine schlechtere Lebensqualität haben als die Gesamtbevölkerung, was darauf hindeutet, dass eine vollständige Genesung mehr Zeit in Anspruch nimmt.

Die Studie ergab, dass die Teilnehmer:innen „eine schlechtere Fähigkeit zur körperlichen Betätigung, mehr psychische Probleme und eine stärkere Inanspruchnahme von Gesundheitsdiensten im Vergleich zu Personen ohne Symptome von Long Covid aufwiesen“, heißt es in der Pressemitteilung von Lancet.

Die Patient:innen klagten häufiger über Gelenkschmerzen, Herzklopfen, Schwindel und Kopfschmerzen als diejenigen, die sich nicht infiziert hatten.

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Auch psychische Gesundheit betroffen

Auch was die psychische Gesundheit anbelangt, berichtete jeder dritte Erkrankte über Schmerzen, Unwohlsein sowie Angstzustände oder Depressionen. Diese Symptome traten bei Corona-Patient:innen viermal so häufig auf wie bei den übrigen Teilnehmer:innen.

Dies bestätigt die Ergebnisse einer anderen Studie, die am 15. März in der Zeitschrift The Lancet Public Health veröffentlicht wurde und in der die Symptomprävalenz von Depressionen, Angstzuständen, Corona-bedingten Beschwerden und schlechtem Schlaf bei Menschen mit und ohne Corona-Diagnose untersucht wurde.

Die Analyse, an der fast 250 000 Personen in Dänemark, Estland, Island, Norwegen, Schweden und dem Vereinigten Königreich teilnahmen, ergab, dass der Schweregrad der akuten Erkrankung bis zu 16 Monate nach der Diagnose mit psychischen Erkrankungen verbunden war. Außerdem stellten die Forscher:innen fest, dass die psychische Belastung bei Personen, die nie infiziert waren, geringer war als bei Personen mit leichten Symptomen.

Teilnehmer:innen mit Long Covid berichteten auch häufiger über Einschränkungen der Mobilität oder des Aktivitätsniveaus und nahmen nach ihrer Entlassung häufiger Gesundheitsdienste in Anspruch als Personen ohne Long Covid.

Da die längsten Nachbeobachtungsstudien bisher etwa ein Jahr dauerten, blieben die langfristigen gesundheitlichen Auswirkungen der Corona-Erkrankung weitgehend unbekannt.

„Eine kontinuierliche Nachbeobachtung der Überlebenden, insbesondere derjenigen mit Symptomen von Long Covid, ist unerlässlich, um den Verlauf der Krankheit zu verstehen, ebenso wie eine weitere Erforschung von Rehabilitationsprogrammen“, sagte Cao.

„Es besteht eindeutig die Notwendigkeit, einem beträchtlichen Teil der Patient:innen kontinuierliche Unterstützung zu gewähren und zu verstehen, wie Impfstoffe, neue Behandlungsmethoden und Varianten die langfristigen Gesundheitsergebnisse beeinflussen“, schloss er.

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[Bearbeitet von Alice Taylor]

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