Umfrage: AfD erstmals zweitstärkste Kraft

Plakat der Alternative für Deutschland AfD

Die AfD profitiert laut Umfragen von den Querelen in der GroKo. [Metropolico.org/Flickr]

Die jüngsten Querelen innerhalb der Großen Koalition haben den Regierungsparteien in der Wählergunst geschadet und die AfD deutlich nach vorn gebracht.

Im aktuellen Deutschland-Trend von Infratest Dimap liegt die AfD erstmals auf Platz zwei unter den deutschen Parteien. Sie legte bei der Sonntagsfrage zwei Punkte zu und erreichte 18 Prozent. Die Union käme danach nur noch auf 28 Prozent, einen Prozentpunkt weniger als bei der ltzten Befragung. Das wäre das schlechteste Ergebnis seit Bestehen des DeutschlandTrends im November 1997.

Auch die SPD verliert mit 17 Prozent einen Prozentpunkt bei der Frage, wen die Bürger wählen würden, wenn am kommenden Sonntag Bundestagswahlen wären. Damit unterbietet sie ihr historisch schlechtes Wahlergebnis vom September 2018 erneut und rutscht erstmals auf den dritten Platz ab. Für die Regierungskoalition aus Union und SPD sprachen sich zusammen nur noch 45 Prozent der Befragten aus.

Zulegen um jeweils einen Prozentpunkt könnten die Grünen, die auf 15 Prozent Zustimmung kommen, und die FDP, die neun Prozent erreicht. Die Linke bleibt bei zehn Prozent unverändert.

Fall Maaßen – Rumoren in der GroKo

Der umstrittene Chef des Verfassungsschutzes, Hans-Georg Maaßen, wird doch nicht gekündigt. Die große Koalition scheint auf Stabilität setzen zu wollen – entgegen heftiger Kritik.

Massive Einbußen musste in der Befragung auch Bundesinnenminister Horst Seehofer persönlich hinnehmen. Mit 28 Prozent halten nur noch weniger als ein Drittel der Befragten Seehofer für eine gute Besetzung als Innenminister – elf Prozentpunkte weniger als im April 2018. Sechs von zehn Befragten sehen in ihm eine schlechte Besetzung für dieses Amt.

Eine andere Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Insa für „Bild“ zeigt derweil, dass viele Bürger sich ein Ende der GroKo herbeisehnen. So sprachen sich 47 Prozent der Befragten für Neuwahlen aus. Allerdings ist mit 29 Prozent auch fast jeder Dritte dagegen. Dass Angela Merkel nach Neuwahlen wieder Bundeskanzlerin wird, erwartet nur jeder dritte Befragte, jeder Vierte (24 Prozent) wünscht Merkels Wiederwahl. Fast jeder Zweite Befragte geht nicht davon aus, dass Merkel es noch einmal schafft – und 56 Prozent wünschen sich ihr Ausscheiden aus dem Amt.

Zu diesen Entwicklungen hat sicherlich in den letzten Tagen die Causa Maaßen erheblich beigetragen. Insbesondere der SPD hat die Zustimmung der Parteispitze zur Beförderung Maaßens zum Staatssekretär erheblich geschadet. Der Protest an der Basis ist laut. Auch unter den Wählern stößt die Entscheidung Meinungsumfragen zufolge auf Unverständnis.

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