SPD verliert auf 20 Prozent

Mit seinem Vorstoß zum Umbau der EU in Vereinigte Staaten von Europa stößt SPD-Chef Martin Schulz bei den Unionsparteien auf schroffe Ablehnung. [Drop of Light/shutterstock]

Wenige Tage vor der Bundestagswahl hat die SPD weiter an Zustimmung verloren.

Im am Donnerstag veröffentlichten ARD-Deutschlandtrend von Infratest dimap büßten die Sozialdemokraten im Vergleich zur Vorwoche einen Punkt auf 20 Prozent ein. Die Union blieb bei 37 Prozent.

Wer wird was nach der Bundestagswahl?

Den Parteivorsitz werde dem Kanzlerkandidaten Martin Schulz vorerst niemand streitig machen, heißt es in der SPD. Und was ist sonst geplant?

Drittstärkste Fraktion würde demnach die AfD, wenn bereits am kommenden Sonntag und nicht erst am 24. September Bundestagswahl wäre: Sie gewann einen Punkt auf zwölf Prozent hinzu. Die FDP legte einen halben Punkt auf 9,5 Prozent zu, während die Linke einen Punkt auf neun Prozent verlor. Die Grünen büßten einen halben Punkt auf 7,5 Prozent ein.

Auf der Grundlage der Umfragewerte, die nur die politische Stimmung abbilden und keine Prognose darstellen, gäbe es außer für eine Große Koalition aus Union und SPD keine Regierungsmehrheit für ein Zweier-Bündnis. Eine rechnerische Mehrheit hätte eine Jamaika-Koalition aus Union, FDP und Grünen.

Studie: "Kleiner Mann" ist nicht der typische AfD-Wähler

Es sind vor allem die „kleinen Leute“ mit eher niedrigem Einkommen und geringem Bildungsgrad, die AfD wählen, lautet die gängige Meinung. Doch ganz so einfach ist es nicht, zeigt nun eine Studie zum typischen Wähler der rechtspopulistischen Partei.

Der Umfrage zufolge sind Unions- und SPD-Anhänger gespalten, wenn es um künftige Koalitionen geht. Bei einer Entscheidung zwischen einer Großen Koalition und einem Jamaika-Bündnis nach der Wahl würden sich demnach 45 Prozent der Unions-Anhänger für ein erneutes Bündnis mit der SPD entscheiden, während 46 Prozent für Jamaika wären.

Bei den SPD-Anhängern wäre eine knappe Mehrheit von 50 Prozent für eine große Koalition mit der Union, während 46 Prozent für den Gang in die Opposition wären.

Zehn Tage vor der Bundestagswahl: Aufwind für die Liberalen in Europa

Die Liberalen legen aktuell in Umfragen europaweit zu. Dies kommt den Parteien der ALDE-Fraktion vor vier wichtigen Wahlen in Mitteleuropa gelegen.

Bei einer Direktwahl der Bundeskanzlerin käme Amtsinhaberin Angela Merkel (CDU) der Umfrage zufolge auf 51 Prozent und damit drei Punkte weniger als in der Vorwoche. Ihr Herausforderer Martin Schulz (SPD) verlor einen Punkt auf 25 Prozent.

Nur für 57 Prozent aller Wahlberechtigten steht der Erhebung zufolge ihre Wahlentscheidung bereits fest. Für die Umfrage wurden laut Infratest dimap von Dienstag bis Mittwoch 1003 Wahlberechtigte bundesweit befragt.

EURACTIV Bundestagswahl-Special

Zahlen, Fakten, Interviews zur Bundestagswahl 2017

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