Söder will Warnung vor Linksbündnis in den Mittelpunkt des Wahlkampfs rücken

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder will die Warnung vor dem Linksbündnis aus SPD, Grüne und der Linken stärker im Wahlkampf nutzen, in diesem ist derzeit alles offen und die SPD ist gleichauf oder führt vor der Union in den Umfragen. EPA-EFE/JOCHEN ZICK / POOL

Nach Überzeugung von CSU-Chef Markus Söder sollte die Union die Warnung vor einem Linksbündnis ins Zentrum der Wahlkampf-Schlussspurts rücken. Die Union war zuletzt in den Umfragen hinter die SPD zurückgefallen.

„Es müssen jetzt die Alternativen auf den Tisch und die heißen Linksruck oder bürgerliche Regierung“, sagte Söder am Sonntag (29. August) im ARD-Sommerinterview. Söder sprach mit Blick auf Rot-Rot-Grün unter anderem von „massiven Steuererhöhungen“, Instabilität und einem Austritt Deutschlands aus der Nato.

„Das sind schon sehr weitreichende Konsequenzen, und die müssen jetzt in den Mittelpunkt,“ fügte er hinzu.

SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz habe noch einmal klargemacht, dass er sich das durchaus mit den Linken vorstellen könne, sagte Söder. Zudem sei Scholz nur Teil eines Teams. Die SPD-Vorsitzende Saskia Esken, ihr Stellvertreter Kevin Kühnert oder auch Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter „stehen ja nicht gerade für eine bürgerliche Politik“.

Scholz hatte in einem Interview mit der FAS die Frage zu einem möglichen Regierungsbündnis mit den Linken offengelassen. Zur Begründung sagte er, „dass nach der Absage an eine
Koalition die Frage nach der nächsten folgt“. Und irgendwann diskutiere „das Land nicht mehr über das Wohl des Landes, sondern die Ränke von Parteien“.

Aber jede Regierung in Deutschland müsse „sich ganz klar zur transatlantischen Partnerschaft bekennen, zur Mitgliedschaft in der Nato und zu einer starken und souveränen Europäischen Union“ bekennen, sagte Scholz weiter. Die Linke tritt in ihrem Wahlprogramm für die Abkehr von der Nato ein.

Söder bekundete zudem seine Unterstützung für Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet: „Ich würde mir wünschen, dass alle in der Union so engagiert Wahlkampf machen, wie ich und einige andere das tun für Armin Laschet.“

Der CDU-Chef „kann Kanzler und er wird auch Deutschland gut führen“, sagte der bayerische Ministerpräsident. Es werde aber durch „unfaire Attacken“ versucht, ihn als Person zu diskreditieren. „Wir brauchen kein Casting wer ist der Beste im Netz“, betonte Söder. Es gehe vielmehr darum, wer der Beste für Deutschland sei.

Söder räumte ein, die Union müsse angesichts der Meinungsumfragen wohl „kleinere Brötchen backen“. Allerdings sei noch „alles drin“. Die CDU/CSU liegt in den Meinungsumfragen gleichauf mit der SPD oder sogar hinter den Sozialdemokraten. Deswegen gilt der Ausgang der Bundestagswahl am 26. September derzeit als vollkommen offen.

Bundestagswahl 2021: Alle Umfragen und Prognosen im Überblick

Es sind die wohl wichtigsten diesjährigen Wahlen in Europa: 2021 ist ein Superwahljahr in Deutschland mit fünf Landtagswahlen und der Bundestagswahl am 26. September als Höhepunkt.

Sah es vor einigen Wochen noch nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Armin Laschet’s konservativer CDU/CSU und der …

Subscribe to our newsletters

Subscribe