Söder eröffnet Kampf um Unions-Kanzlerkandidatur

Armin Laschet (CDU) und Markus Söder (CSU): Einer von beiden wird die Union in die Bundestagswahl führen. [CLEMENS BILAN / POOL / EPA]

CSU-Chef Markus Söder ist bereit, Kanzlerkandidat der Union zu werden. Damit beginnt ein parteiinterner Machtkampf, der noch diese Woche entschieden werden soll. CDU-Chef Armin Laschet sieht sich in Bedrängnis.

„Mein Platz ist in Bayern“ – mit diesem Satz hatte Markus Söder, CSU-Chef und Ministerpräsident von Bayern, die Spekulationen um seine mögliche Kanzlerkandidatur stets abgewehrt. Hintergrund für das konstante Nachfragen der Presse waren Söders steigende Beliebtheitswerte als COVID-Krisenmanager in Bayern.

Nun aber ist es fix: Söder tritt als Kanzlerkandidat an. „Wenn die CDU bereit wäre, mich zu unterstützen, wäre ich bereit. Wenn die CDU es nicht will, bleibt ohne Groll eine gute Zusammenarbeit“, sagte Söder auf einer Pressekonferenz der Unions-Bundestagsfraktion am Sonntag (11. April).

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„Größere Schwester“ entscheidet

Sein Kontrahent, CDU-Chef und NRW-Ministerpräsident Armin Laschet, war ebenfalls auf der Pressekonferenz. Wie Söder sagte, entscheidet am Ende des Tages die „größere Schwester“ CDU über den gemeinamen Kandidaten. Daher hat Laschet ein theoretisches Zugriffsrecht. Doch seine Umfragewerte in der Bevölkerung lagen schon bei seiner Wahl im Januar hinter Söder, und sie sinken seit Wochen.

Während der Bayer sich in der Bevölkerung größerer Beliebtheit erfreut, gilt Laschet parteiintern weiterhin als Favorit auf die Position, nachdem ihn die Partei zu ihrem Vorsitzenden gewählt hatte. Jetzt für Söder zu optieren, würde Laschet als Parteichef massiv schwächen, und die internen Konflikte aus dem Vorsitz-Wahlkampf könnten wieder von vorne beginnen.

Laschet betonte, sein „erstes Ziel“ sei es, „alle in der Union zusammenzuführen“. Das Versprechen von Einigkeit war schon im internen Wahlkampf der Kern seines Programms.

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Entscheidung folgt bald

Fraktionschef Ralf Brinkhaus (CDU) kündigte an, die Entscheidung werde innerhalb von zwei Wochen fallen. Von nur einer Woche sprach Volker Bouffier (CDU), Ministerpräsident von Hessen. Am heutigen Montag treten Söder und Laschet vor die Gremien ihrer jeweiligen Parteien.

Dass die CSU ihren eigenen Chef unterstützen wird, ist wahrscheinlich. Damit hängt es an der CDU. Zuletzt kamen sogar aus der Bundestagsfraktion Stimmen für Söder.

Sieben Bundestagsabgeordnete aus Baden-Württemberg veröffentlichten eine gemeinsame Erklärung, in der sie Söder als „kraftvollen und aussichtsreichen Kanzlerkandidaten für die gesamte Union“ bezeichneten.

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CDU nicht geeint hinter Laschet

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hält sich aus diesem Wettbewerb großteils heraus, kritisierte aber zuletzt, dass Bayern sich im Gegensatz zu NRW nicht ausreichend an die gemeinsamen COVID-Beschlüsse halte, was als Unterstützung für Lascht gedeutet werden könnte.

Auch für Laschet ausgesprochen hatten sich die CDU-Ministerpräsidenten Bouffier und Michael Kretschmer, genauso wie Laschets ehemaliger Konkurrent um den CDU-Vorsitz, Friedrich Merz.

Doch der zweite ehemalige Mitbewerber, Norbert Röttgen, betone noch am Freitag, dass Laschet kein automatisches Zugriffsrecht habe.

“Die Lage ist für die CDU nicht besser geworden in den letzten Wochen und Monaten”, so Röttgen mit Blick auf die Umfragewerte der Partei und ihres Vorsitzenden.

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