Özdemir soll Agrarminister werden – Hofreiter geht leer aus

Cem Özdemir hat Anton Hofreiter im Machtkampf um den Posten als Landwirtschaftsminister besiegt, die Minister der SPD stehen noch offen. EPA-EFE/HAYOUNG JEON

Nachdem der Machtkampf bei den Grünen entschieden ist, findet sich so langsam das Regierungsteam. Wer übernimmt welchen Posten? Das berichtet der Tagesspiegel, Medienpartner von EURACTIV.

Bei der FDP ging es geräuschlos, bei den Grünen dagegen hoch her. Eigentlich wollten sie am Donnerstagnachmittag ihre Kandidaten für die Ministerposten in der künftigen Ampel-Koalition präsentieren. Doch dann gab es Flügel-Zoff – und es wurde später Abend.

Das Ergebnis: Der Kandidat des linken Flügels, Fraktionschef Anton Hofreiter, ist raus. Das dürfte die am Freitag (26. November) startende Mitglieder-Abstimmung über den Koalitionsvertrag nicht erleichtern.

Nach langem Gerangel fällt der Posten im Landwirtschaftsministerium dem früheren Grünen-Chef Cem Özdemir zu, ein klarer Sieg für den Realo-Flügel in der Partei.

Der linke Flügel der Grünen hätte sich auch Fraktionschef Anton Hofreiter auf dem Posten vorstellen können. Özdemir (55) war bis 2018 Bundesvorsitzender und bei der Bundestagswahl 2017 mit Katrin Göring-Eckardt grüner Spitzenkandidat.

Bei der Wahl 2021 war er mit 40 Prozent in seinem Stuttgarter Wahlkreis bundesweit grüner Erststimmenkönig. Unterstützer hatten argumentiert, an dem eloquenten Politiker komme man auch deshalb nicht vorbei, weil er einer der wenigen Spitzen-Grünen aus einer Familie mit ausländischen Wurzeln ist.

Hofreiter wurde ursprünglich als gesetzt für den Posten als Verkehrsminister betrachtet, nachdem die Grünen jedoch dieses Resort an die FDP verloren hatten galt seine Situation als prekär.

Hofreiter war der einzige Ampel-Spitzenpolitiker der sich sofort nach der Präsentation des Koalitionsvertrages auf dem Fahrrad davonmachte, während seine Kollegen die EInheit probten.

Immerhin: Rund zwei Drittel des Ampel-Kabinetts stehen jetzt. Nur die SPD hat ihre Minister noch nicht benannt – doch nicht, weil es Zoff gibt. Die Sozialdemokraten haben ein Wahlkampf-Versprechen ihres Kanzlerkandidaten Olaf Scholz einzulösen. Seine Ministerriege soll paritätisch aufgestellt sein, also aus mindestens gleich vielen Frauen wie Männern bestehen.

Generalsekretär Lars Klingbeil sagte, man warte deshalb bis die potenziellen Partner ihre Minister nominiert hätten. Jetzt ist klar: Es wird nicht ganz leicht. Grüne und FDP haben zusammen vier Frauen und sechs Männer nominiert – die SPD muss also ausgleichen.

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