Grüne Claudia Roth rechnet mit anstrengenden Ampel-Verhandlungen

Claudia Roth warnt davor, den geist der Gespräche jetzt mit übereilten Personalfragen zu stören. EPA-EFE/CLEMENS BILAN

Bei den Koalitionsgesprächen mit SPD und FDP erwartet Claudia Roth harte inhaltliche Debatten. Die Grüne beklagt Dissonanzen in der Personaldiskussion, berichtet der Tagesspiegel, Medienpartner von EURACTIV.

Die Grünen-Politikerin Claudia Roth erwartet harte inhaltliche Auseinandersetzungen bei den Koalitionsverhandlungen mit SPD und FDP.

„Natürlich werden die nächsten Wochen in dem Ringen um eine zukunftsverantwortliche Politik intensiv, anstrengend und auch schwierig sein“, sagte Roth, die dem Verhandlungsteam ihrer Partei angehört, der Augsburger Allgemeinen.

„Erst einmal verhandeln wir jetzt über die Inhalte, die Ressortaufteilung folgt zum Schluss,“ fügte sie hinzu.

Roth betonte, bisher hätten die potenziellen Regierungspartner weder über die Besetzung von Ministerien noch über den Zuschnitt von Ressorts geredet. Forderungen der FDP-Politiker Marco Buschmann und Wolfgang Kubicki, das Finanzministerium an Parteichef Christian Lindner zu vergeben, wies sie als unpassend zurück.

„Das ist eine Dissonanz, die den Sound, der bisher wirklich gut war, stört“, sagte Roth. „Solche Töne braucht es eigentlich nicht und sie machen es auch nicht einfacher.“

„Die entscheidende Frage lautet nicht, wer wird was, sondern, wie führen wir unser Land in eine gute Zukunft. Damit beschäftigen sich die Freien Demokraten und nicht mit Personalfragen,“ kommentierte der Generalsekretär der FDP, Volker Wissing, den Vorstoß seiner Parteikollegen.

Die Gesprächsatmosphäre im Verhandlungsteam sei von gegenseitigem Vertrauen geprägt, betonte die bisherige Bundestagsvizepräsidentin.

„In dieser Dreierkonstellation kommen wir von großer Entfernung aufeinander zu, wir haben uns im Wahlkampf gegenseitig nichts geschenkt.“ Darum sei es „herausragend und maßgeblich, dass es diese geschützten Räume gab, in denen Vertraulichkeit vereinbart und auch gehalten wurde“.

Nach SPD und Grünen hatte am Montag auch die FDP der Aufnahme von Koalitionsverhandlungen zugestimmt. Die Gespräche könnten noch in dieser Woche starten.

Sollte es zu einer Ampel kommen wird Olaf Scholz damit zum Kanzler. Er hatte wiederholt sein Verlangen bekundet, die Koalitionsverhandlungen vor Weihnachten zu beenden.

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