Die AfD rückt mit neuem Spitzenkandidaten-Duo weiter nach rechts

Tino Chrupalla und Alice Weidel vor der Pressekonferenz am 25. Mai

Die Alternative für Deutschland (AfD) hat von der Parteibasis ihre Spitzenkandidaten wählen lassen, gewonnen haben zwei rechtsnationale Verbündete von Björn Höcke. [EPA-EFE/FILIP SINGER]

Die Alternative für Deutschland (AfD) hat am Dienstag (25. Mai) die Kandidaten des extrem rechten Parteiflügels, Alice Weidel und Tino Chrupalla, zum Spitzenduo für die Bundestagswahl gewählt.

Das rechtsnationale Duo erreichte bei einer Mitgliederbefragung 71 Prozent der abgegebenen Stimmen – bei einer Wahlbeteiligung von 48 Prozent.

Wie EURACTIV.de bereits berichtete, hatte die AfD sich schon beim Bundesparteitag in Dresden im April offensichtlich in zwei Lager gespalten. Digitalpolitikerin Joana Cotar aus dem eher gemäßigten Lager hatte daher eine Offerte an den Rechtsnationalen Tino Chrupalla gemacht, gemeinsam anzutreten, um so die beiden Seiten zu einen.

Ihre Initiative war nicht erfolgreich, weswegen ein innerparteilicher Wahlkampf zwischen den Lagern entbrannte.

Der gemäßigtere wirtschaftsliberale Flügel um den Bundessprecher der AfD und MEP für die Fraktion Identität und Demokratie Jörg Meuthen entsandte Joana Cotar und Joachim Wundrak. Für das rechtsnationale Lager – für das oftmals der AfD-Thüringen-Sprecher Björn Höcke steht (der selbst unter Überwachung durch den Verfassungsschutz steht) – gingen Weidel und Chrupalla ins Rennen 

Die beiden letzteren sagten in einer Pressekonferenz am Dienstag, der Streit über die zukünftige Richtung der Partei sei mit der Mitgliederbefragung beendet.

Auch Meuthen räumte ein: “Weidel und Chrupalla führen als Spitzenkandidaten die AfD in den Bundestagswahlkampf 2021.“ Er wünsche ihnen „viel Erfolg bei ihrer nun anstehenden Aufgabe, die AfD in den kommenden Monaten als führende Repräsentanten unseres Bundestagswahlkampfes zu vertreten.“

Der Politologe Albrecht von Lucke kommentierte auf tagesschau24: „Das Ergebnis ist ein klarer Sieg für die rechtsradikale Strömung, den ‚Flügel'“. Damit habe Meuthen – der „Noch-Parteivorsitzende“ – eine herbe Niederlage erlitten.

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