Baerbock wird Kanzlerkandidatin der Grünen, Union streitet weiter

Die Parteivorsitzende Annalena Baerbock soll die Grünen als Kanzlerkandidatin in die Bundestagswahl am 21. September 2021 führen. [EPA-EFE/CLEMENS BILAN]

Die Parteivorsitzende Annalena Baerbock soll die Grünen als Kanzlerkandidatin in die Bundestagswahl am 21. September 2021 führen.

Der Bundesvorstand der Grünen nominierte Baerbock am heutigen Montag für die Kandidatur. Die Entscheidung muss offiziell noch auf dem Parteitag vom 11. bis 13. Juni bestätigt werden. Die Zustimmung der Basis gilt jedoch als sicher.

Mit der heutigen Entscheidung setzt sich Baerbock gegen ihren Ko-Parteichef Robert Habeck durch. „Wir beide wollten es, aber am Ende kann es nur eine machen,“ sagte dieser.

Habeck unterstrich erneut das Ziel, die stärkste Partei in Deutschland werden zu wollen und dann ab Herbst 2021 die neue Kanzlerin zu stellen. Habeck dazu: „Wir haben eine klare Idee einer Kanzlerschaft für Deutschland.“ Es gehe darum, zu „verändern statt zu versprechen“.

Baerbock betonte ihrerseits kürzlich: „Wir fordern die Union heraus. In diesem Jahr ist alles möglich, in diesem Jahr ist alles drin.“ Sie werde für dieses Ziel weiter eng mit Habeck zusammenarbeiten: „Das hat uns drei Jahre lang stark gemacht.“

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Inzwischen liegen die Grünen in den Sonntagsfragen bei rund 23 Prozent und damit auf Platz zwei, mit nur wenig Abstand zu den schwächelnden Unionsparteien (27 Prozent), und deutlich vor der SPD.

Während die Sozialdemokraten sich bereits auf Olaf Scholz als ihren Kanzlerkandidaten verständigt haben, geht bei den Unionsparteien der Machtkampf indes weiter: Nach wie vor ist unklar, ob der CDU-Vorsitzende Armin Laschet oder der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) für die Konservativen in den Wahlkampf ziehen sollen.

Die CSU-Spitze will am heutigen Montag kurzfristig über den Stand der Dinge beraten. Um 13 Uhr werde es Beratungen des Präsidiums geben, hieß es laut dpa aus Parteikreisen. Um 14 Uhr wollen Söder und Generalsekretär Markus Blume dann eine Pressekonferenz geben und über die neuesten Entwicklungen berichten.

Gestern Abend haben sich derweil die Landesvorsitzenden der Jungen Union mit großer Mehrheit für eine Kandidatur Söders stark gemacht, wie JU-Chef Tilman Kuban bestätigte.

Lediglich der konservative Nachwuchs aus Laschets Heimatland Nordrhein-Westfalen habe sich für den CDU-Chef als Kanzlerkandidaten ausgesprochen.

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