AfD: Kandidiert Höcke für den Bundestag?

Björn Höcke, Fraktionsvorsitzender der AfD Thüringen

Björn Höcke, Chef des AfD-Landesverbandes in Thüringen. [ Metropolico.org/Flickr]

Kurz nach dem Beschluss des AfD-Vorstands, Björn Höcke aus der Partei auszuschließen, kommen gegenteilige Forderungen von Teilen der AfD.

Einen Tag ist es her, dass der Vorstand des Ausschluss des thüringischen Landeschefs Björn Höcke beschlossen hat. Nun wird dieser von Teilen der Partei zur Kandidatur bei der Bundestagswahl aufgefordert.

„Ich bin da sehr dafür“, sagte der Brandenburger AfD-Chef Alexander Gauland am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters. Er persönlich hoffe, dass Höcke seine Meinung ändern werde. Sollte Höcke für den Bundestag kandidieren, würde er damit AfD-Chefin Frauke Petry herausfordern, die bereits auf Platz eins der Bundestagswahlliste ihres sächsischen Heimatverbandes gewählt wurde. Petry gilt als inoffizielle Nummer eins der Partei.

Höcke hatte vergangenen Monat erklärt, er strebe weder die Spitzenkandidatur noch ein Bundestagsmandat an. Nach Angaben des Sprechers der AfD-Thüringen, Torben Braga, erreichen den Landesverband seit dem Beschluss des Bundesvorstands am Montag Zuschriften von Mitgliedern aus ganz Deutschland, in denen Höcke zum Umdenken aufgefordert wird.

Dämpfer für AfD-Chefin Frauke Petry

Dämpfer für AfD-Chefin Frauke Petry: In einer am Mittwoch bekannt gewordenen internen Online-Umfrage unter Parteimitgliedern sprachen sich 54 Prozent der Teilnehmer dafür aus, mit einem Team von mehreren Spitzenkandidaten bei der Bundestagwahl anzutreten.

„Viele Mitglieder der AfD fordern Björn Höcke auf, für den Bundestag zu kandidieren“, sagte Braga Reuters. Viele der Schreiben hätten angesichts des Parteiausschluss-Verfahrens den Tenor „jetzt erst recht“. Diesen Samstag stellt die Thüringer AfD bei einem Landesparteitag in Arnstadt ihre Bundestagswahlliste auf.

Höcke interessiere sich für die „großen nationalen Probleme“, sagte Gauland. Die könnten aber nicht im Thüringer Landtag, sondern nur im Bundestag gelöst werden. Das letzte Wort bei den Vorbereitungen zur Bundestagswahl hat der AfD-Bundesparteitag im April. Petry gilt als Vertreterin des vergleichsweise gemäßigten AfD-Flügels, während Höcke eine nationalistisch-völkische Strömung vertritt. Petry sowie acht weitere Mitglieder des Bundesvorstands hatten am Montag das Parteiausschluss-Verfahren gegen Höcke in Gang gesetzt.

AfD-Vorstand will Höcke aus der Partei werfen

Der AfD-Vorstand hat heute für ein Parteiausschlussverfahren gegen den Thüringer AfD-Chef Björn Höcke gestimmt. Anlass sind Höckes umstrittene Äußerungen über das Holocaust-Mahnmal in Berlin.

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