Wachstum abhängig von der Geldpolitik

EZB-Direktoriumsmitglied Benoit Coeure. [Reuters]

Das Wirschaftswachstum in der Eurozone hängt nach Einschätzung von EZB-Direktor Benoit Coeure immer noch zu stark von geldpolitischer Unterstützung ab.

Die expansive Geldpolitik ist umstritten und dürfte sich langsam dem Ende nähern. So zumindest werden die jüngsten geldpolitischen Entscheidungen des EZB-Rates gemeinhin interpretiert. Der Ausstieg aus dem Krisenmodus ist allerdings keine einfache Sache, den die Realwirtschaft hat angesichts einer weiterhin schwachen Nachfrage kaum Dynamik.

Die Geldpolitik sei aber schnell überfordert, wenn sich Länder nicht vergegenwärtigen, wie sich ihre Finanz- und Wirtschaftspolitik auf die gemeinsame Währung auswirke, warnte nun EZB-Direktor Coeure. EZB-Experten zufolge habe die lockere Geldpolitik 2017 einen halben Prozentpunkt zum Wachstum in der Währungsunion beigetragen. „2018 wird dieser Anteil immer noch bei rund einem drittel Prozentpunkt liegen.“

Geldpolitik könne kaum etwas unternehmen, um die langfristige Wachstumsrate in der hiesigen Region zu verbessern, sagte Coeure. Was das angeht, gehen die Expertenmeinungen allerdings auseinander. Coeure: „All dies bedeutet, dass unsere Währungsunion weitere Reformen braucht – und zwar sowohl auf Ebene der Mitgliedstaaten als auch für den gesamten Euroraum.“

Ein starkes deutsch-französisches Bekenntnis sei eine der Voraussetzungen. Letztlich müssten aber alle Mitgliedstaaten an Bord kommen können. Sollte das nicht gelingen, würde die Europäische Zentralbank alleine vor der Herausforderung einer wirtschaftlichen Stabilisierung des Währungsraums stehen. „Das ist ein Risiko, das wir nicht eingehen sollten.“

Subscribe to our newsletters

Subscribe

Wissen was in Europas Hauptstädten passiert - abonnieren Sie jetzt unseren neuen 10 Uhr Newsletter.