Fiat-Chrysler und Peugeot dürfen fusionieren

Die Europäische Kommission hat die Fusion von Fiat-Chrysler mit Peugeot genehmigt. [Photo: Tiago Pestana / Shutterstock]

Die Europäische Kommission hat heute den Zusammenschluss des italienisch-amerikanischen Autobauers Fiat-Chrysler mit dem französischen Hersteller Peugeot genehmigt. Brüssel äußerte jedoch auch einige Bedenken, die die Unternehmen nun ausräumen wollen.

Fiat-Chrysler ist schon seit Jahren auf der Suche nach einem Fusionspartner und hatte im vergangenen Jahr versucht, sich mit Renault zusammenzuschließen. Die geplante Fusion wurde jedoch verworfen, da aus Fiat-Sicht der Einfluss der französischen Regierung in das neue Unternehmen zu groß gewesen wäre.

Stattdessen wandte sich Fiat dem Renault-Rivalen Peugeot zu, dessen Expertise im Bau von kleinen Kompaktwagen und Elektrofahrzeugen ihn zu einer attraktiven zweiten Wahl machte. Der bestehende gute Zugang Fiat-Chryslers zum US-Markt ist im Gegenzug ein großer Vorteil für das französische Unternehmen.

Der neugeschaffene Konzern, der der viertgrößte Autohersteller der Welt wäre, soll künftig unter dem Namen Stellantis (nach dem lateinischen Wortstamm für „Stern“) geführt werden.

Schuldzuweisungen nach geplatzter Fusion zwischen Fiat Chrysler und Renault

Nach der geplatzten Fusion der Autobauer Fiat Chrysler und Renault schieben sich beide Seiten die Schuld zu. Italien warf Frankreich am Donnerstag „politische Einmischung“ vor. Aus der französischen Regierung hieß es dagegen, Fiat Chrysler habe den Zusammenschluss „überstürzt“ abgeblasen.

Der Zusammenschluss erhielt heute grünes Licht von der Wettbewerbsabteilung der Europäischen Kommission, die die Fusion bereits seit Mai 2020 geprüft hatte, als die Unternehmen ihre Pläne erstmals in Brüssel anmeldeten.

Allerdings hat die Kommission den Deal lediglich mit einer Reihe von Vorbehalten abgenickt. Die EU-Exekutive befürchtet unter anderem, dass Stellantis den Wettbewerb auf dem Markt für leichte Nutzfahrzeuge verzerren könnte: “Kleintransporter spielen eine Schlüsselrolle, wenn es um die Lieferung von Waren oder die Erbringung von Dienstleistungen für Kunden geht, und haben daher eine große Bedeutung für Privatpersonen, KMU und große Unternehmen,” so Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager in einer Mitteilung.

Ihre Behörde warnte, dass die neue Firma einen unfairen Vorteil in Belgien, der Tschechischen Republik, Frankreich, Griechenland, Italien, Litauen, Polen, Portugal und der Slowakei erlangen könnte, da beide Unternehmen in diesen Ländern bereits einen hohen Marktanteil haben.

Man könne den Zusammenschluss von Fiat Chrysler und Peugeot dennoch genehmigen, da die nun eingegangenen Verpflichtungen „den Eintritt und die Expansion neuer Anbieter auf dem Markt für leichte Nutzfahrzeuge erleichtern werden,” erklärte Vestager. Der Markt werde somit  auch nach der Fusion „nicht an Dynamik einbüßen“.

EU-Parlament will striktere CO2-Ziele für die Autoindustrie

Das EU-Parlament hat für ein CO2-Reduktionsziel von 40 Prozent für Leichtfahrzeuge bis 2030 gestimmt. Dieses Ziel dürfte für schwierige Gespräche mit den EU-Staaten sorgen.

Um den Segen der Kommission zu erhalten, stimmte Peugeot zu, eine bestehende Kooperationsvereinbarung mit Toyota zu verlängern, die den Transportermarkt offen halten soll, während ebenso Reparatur- und Wartungsdienste auch nach der Fusion für Wettbewerber zugänglich bleiben müssen.

Aus Sicht der EU-Exekutive werden diese Regelungen Toyota in die Lage versetzen, mit Stellantis zu konkurrieren. Ebenfalls würden andere Unternehmen im Wettbewerb um Transporterverkäufe unterstützt.

Fiat-Chrysler und Peugeot begrüßten die Entscheidung in einer gemeinsamen Erklärung. Nun werden die Aktionäre im Januar über die Fusion abstimmen.

Nach der umstrittenen Verhinderung eines Zusammenschlusses von Alstom und Siemens im vergangenen Jahr gab es 2020 mehrere Großfusionen: Alstom schloss sich mit dem kanadischen Unternehmen Bombardier zusammen, während eine weitere Kommissionsentscheidung über eine Fusion zwischen zwei der größten europäischen Schiffsbauer bald ansteht.

[Bearbeitet von Zoran Radosavljevic und Tim Steins]

Sechs Beobachtungen zur abgelehnten Siemens-Alstom-Fusion

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