EU-Wirtschaft verzeichnet höchstes Wachstum seit zehn Jahren

Wachstum und Wachstumsprognose der EU 2010 bis 2019. [European Commission]

Die Volkswirtschaften der EU sind im Jahr 2017 so schnell gewachsen, wie seit zehn Jahren nicht. Mit einer geschätzten Steigerung von 2,4 Prozent des Bruttoinlandsproduktes „übertrifft die europäische Wirtschaft alle Erwartungen und dürfte bis ins nächste Jahr hinein robust wachsen“, erklärte EU-Kommissions-Vize Valdis Dombrovskis am gestrigen Mittwoch in Brüssel. Positiv sei zudem, dass sich die Unterschiede zwischen den Mitgliedsstaaten verringert hätten.

„Arbeitslosigkeit und Haushaltsdefizite sind weiter rückläufig, und endlich nehmen auch die Investitionen wieder nennenswert zu“, erklärte EU-Wirtschaftskommissar Pierre Moscovici. Außerdem hätten Strukturreformen und Fiskalpolitik zu mehr Ausgewogenheit geführt.

Aktuellen Schätzungen der Kommission zufolge lag das Wachstum 2017 um 0,2 Prozentpunkte höher als noch im November prognostiziert. Auch für 2018 und 2019 korrigierte die Kommission ihre früheren Erwartungen um 0,2 und 0,1 Prozentpunkte auf 2,1 und 2,0 Prozent nach hoben. Zu verdanken sei dies der guten Konjunktur innerhalb Europas und der „unerwartet kräftigen Belebung von Weltwirtschaft und Welthandel“.

Transadria-Pipeline: Europäische Investitionsbank vergibt größtes Darlehen aller Zeiten

Die Europäische Investitionsbank hat gestern dem größten Darlehen für ein Energieprojekt jemals zugestimmt: 1,5 Milliarden Euro werden für die Transadria-Pipeline (TAP) bereitgestellt.

In Deutschland wuchs das Bruttoinlandsprodukt den Zahlen der Kommission zufolge im Vergleich zum Vorjahr um 2,2 Prozent. Die höchste Wachstumsrate innerhalb der EU verzeichnete Irland mit 7,3 Prozent.

Es ergebe sich dadurch ein „Reformfenster“, das „aber nicht ewig offen bleiben“ werde, mahnte Moscovici. Jetzt sei der richtige Zeitpunkt, eine ambitionierte Stärkung der Wirtschafts- und Währungsunion zu beschließen.

Die niedrigsten Wirtschaftswachstum in 2018 und 2019 prognostiziert die Kommission Großbritannien (1,4 und 1,1 Prozent). Für 2019 basiere diese Prognose „auf der rein technischen Annahme, dass die Handelsbeziehungen zwischen der EU-27 und dem Vereinigten Königreich unverändert bleiben“.

Weniger Zufrieden ist man in Brüssel derweil mit der Entwicklung der Inflationsrate. Die Kerninflation, bei der die stärker schwankenden Preise für Energie und unverarbeitete Nahrungsmittel ausgeklammert werden, dürfte gering bleiben, da sich die Schwäche der Arbeitsmärkte nur langsam bessert und den Lohndruck in Grenzen hält. Die Gesamtinflation wird unter dem weiterhin erheblichen Einfluss der Energiepreise nach Einschätzung der Kommission maßvoll anziehen. Die Inflation im Euroraum lag 2017 bei 1,5 Prozent. Auf diesem Stand dürfte sie 2018 verharren, bevor sie sich 2019 auf 1,6 Prozent erhöht.

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