Die EU-Kommission will die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Sicherheitsbranche stärken. Dazu schlägt sie eine einheitliche „EU-Marke“ für Produkte wie Flughafenscanner oder Alarmanlagen vor.
Zur Stärkung der europäischen Sicherheitsbranche hat die EU-Kommission am Montag ein Aktionsprogramm vorgestellt. Mit diesem soll ein Binnenmarkt für die Sicherheitsbranche geschaffen und bereits in der Forschungsphase die Folgen neuer Sicherheitstechnologien geprüft werden.
EU-Industriekommissar Antonio Tajani erklärte: "Die gegenwärtige Marktfragmentierung schwächt die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Sicherheitsbranche. Dieses Fehlen einer anerkannten ‚EU-Marke‘ mit hohem Wiedererkennungswert ist insbesondere deswegen bedenklich, da die künftigen wichtigsten Märkte für Sicherheitstechnik nicht in Europa, sondern in den Schwellenländern zu finden sein werden. Heute haben wir eine Einigung über einen Entwurf erzielt, mit dem ein echter Binnenmarkt für die Sicherheitstechnik geschaffen wird."
Ziel des Vorschlags ist unter anderem, die Normen und Zertifizierungsverfahren für die Sicherheitstechnik zu vereinheitlichen. Dazu schlägt die Kommission zwei Gesetzesinitiativen vor: einen Rechtsakt zur Festlegung eines EU-weit einheitlichen Zertifizierungssystems für Durchleuchtungsgeräte auf Flughäfen (Detektoren), und einen weiteren Rechtsakt zur Festlegung eines EU-weit einheitlichen Zertifizierungssystems für Alarmanlagen.
Zudem will die Kommission Prüfungen der "gesellschaftlichen Folgen" neuer Sicherheitstechnologien in der Forschungsphase einführen. Sie wird daher einen Auftrag an die europäischen Normungsorganisationen richten. Diese sollen eine Norm für die Integration der Datenschutzproblematik von der Entwurfsphase bis zum Produktionsprozess entwickeln.
Der EU-Sicherheitsmarkt hat ein geschätztes Volumen von zwischen 26 Milliarden und 36,5 Milliarden Euro und beschäftigt etwa 180.000 Personen. Zur Sicherheitsindustrie zählen Luftsicherheit, Sicherheit des Seeverkehrs, Grenzschutz, Schutz kritischer Infrastrukturen, Informationsgewinnung zur Terrorismusbekämpfung (einschließlich Cybersicherheit und Kommunikation), physische Sicherheit durch Schutz, Krisenmanagement und Schutzkleidung.
dto
Links
Dokumente
EU-Kommission: Security industry: Commission proposes Action Plan to enable growth – further details (30. Juli 2012)
Zum Thema auf EURACTIV.de
Europas Abschied von nationaler Sicherheit (12. Januar 2011)

