Arbeitslosigkeit in der Euro-Zone steigt weiter

Die Arbeitslosigkeit in Deutschland ist im April wieder unter die Drei-Millionen-Marke zurückgegangen. In der Euro-Zone ist die Zahl der Erwerbslosen jedoch weiter gestiegen. Foto: dpa

In der Euro-Zone ist die Arbeitslosigkeit auf ein neues Rekordhoch gestiegen: Im März hatten 17,36 Millionen Menschen keinen Job. In Deutschland ist die Zahl der Arbeitslosen erstmals seit Dezember wieder unter die Marke von drei Millionen gesunken.

In der Euro-Zone lag die Arbeitslosenquote im März 2012 bei 10,9 Prozent. Im März vorigen Jahres hatte sie 9,9 Prozent betragen, im Dezember 2011 bei 10,4 Prozent (EURACTIV.de vom 2. Februar 2012). In der EU27 lag die Arbeitslosenquote im März 2012 bei 10,2 Prozent. Dies teilte die europäische Statistikbehörde Eurostat am Mittwoch mit.

Eurostat schätzt, dass im März 2012 in der EU insgesamt 24,772 Millionen Menschen arbeitslos waren, davon 17,365 Millionen im Euroraum. Gegenüber Februar 2012 ist die Zahl der arbeitslosen Personen in der EU27 um 193.000 und im Euroraum um 169.000 gestiegen. Gegenüber März

Die höchsten Quoten meldeten wie zuvor Spanien und Griechenland. Dort liegen die Quoten bei 24,1 beziehungsweise 21,7 Prozent (im Januar 2012). Die niedrigsten Arbeitslosenquoten verzeichneten Österreich mit 4,0 Prozent, die Niederlande mit 5,0 Prozent und Luxemburg mit 5,2 Prozent. An vierter Stelle folgt laut der Eurostat-Messmethode Deutschland mit einer Quote von 5,6 Prozent.

Laut Bundesagentur für Arbeit (BA) ist die Arbeitslosigkeit in Deutschland von März auf April um 65.000 auf 2.963.000 zurückgegangen. Im Vergleich zum Vorjahr nahm die Zahl der arbeitslosen Menschen um 115.000 ab. Dies teilte die BA am Mittwoch in Nürnberg mit.

"Auf dem Arbeitsmarkt hält die positive Grundtendenz an, obwohl die Konjunktur zuletzt an Schwung verloren hat. Insbesondere die Erwerbstätigkeit und die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung liegen weiter deutlich im Plus", sagte der Vorstandsvorsitzende der BA, Frank-Jürgen Weise.

Saisonbereinigt ist die Arbeitslosigkeit um 19.000 gestiegen. Der Pressemitteilung der BA zufolge hängt der Anstieg zum einen mit einem geringeren Einsatz von Arbeitsmarktpolitik zusammen. Zum anderen lag der Zähltag innerhalb der Osterferien, so dass Einstellungen nach den Ferien nicht mehr berücksichtigt werden konnten. Die konjunkturellen Kräfte hätten diese beiden Einflüsse auf die Arbeitslosigkeit nicht kompensieren können. Insgesamt bleibe die "positive Grundtendenz" aber bestehen.

dto

Links

Dokumente

Eurostat: Arbeitslosenquote des Euroraums bei 10,9% (2. Mai 2012)

Bundesagentur für Arbeit: Der Arbeitsmarkt im April 2012: Positive Grundtendenz hält an (2. März 2012)

Mehr zum Thema auf EURACTIV.de

Arbeitslosigkeit: Rekordwerte in EU und Euro-Zone (2. Februar 2012) 

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