Polens Regierung will Adoptionsverbot für gleichgeschlechtliche Paare

Polens Justizminister und Chef der rechtsradikalen Partei Solidarna Polska, Zbigniew Ziobro. [EPA-EFE/RAFAL GUZ]

Das polnische Justizministerium hat einen Gesetzentwurf vorbereitet, der gleichgeschlechtlichen Paaren die Adoption von Kindern verbietet. „Diese Lösung entspricht den Ansichten der großen Mehrheit der polnischen Gesellschaft,“ behauptete Justizminister Zbigniew Ziobro.

Der Minister betonte, die polnische Verfassung räume dem Wohlergehen von Kindern und dem Aufwachsen in einer „traditionellen“ Familie Priorität ein. So könnten beispielsweise Ehen nur zwischen Mann und Frau geschlossen werden.

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Die vorgeschlagenen Änderungen zielen seiner Ansicht nun darauf ab, eine bisher bestehende Lücke im Rechtssystem zu beseitigen. Das Adoptionsverbot für gleichgeschlechtliche Paare soll demnach auch gelten, wenn eine Person in der Partnerschaft das eigene Kind des oder der Partnerin adoptieren will.

Zuvor hatte die rechtsradikale Partei Solidarna Polska, der Ziobro vorsitzt, sich gegen einen Vorstoß des EU-Parlaments zur Wehr gesetzt (EURACTIV berichtete): Die EU-Abgeordneten hatten mit Blick auf die Homophobie und die sogenannten „LGBT-freien Zonen“ in Polen gefordert, die gesamte EU als eine „Freiheitszone“ für LGBTIQ-Personen zu deklarieren.

Solidarna Polska fordert vom polnischen Sejm daher eine Resolution, in der die EU-Institutionen aufgerufen werden, „die Identität und die Ansichten der Polen zu Fragen der Definition von Familie und Ehe zu respektieren“.

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