EU und die Medien: Brüssel, nein Danke! [DE]

DISCLAIMER: Die hier aufgeführten Ansichten sind Ausdruck der Meinung des Verfassers, nicht die von Euractiv Media network.

Der Ärger um die Dienstleistungsrichtlinie und die Feinstaubdebatte zeigt es: Die Medien sind zu weit weg von Brüssel, berichten erst, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist. In diesem Artikel sucht Manuel Lianos, Chefredakteur von Politik & Kommunikation, nach den Schuldigen.


Auszüge:

Abstrakte Wortungetüme wie die Feinstaubrichtlinie oder Dienstleistungsrichtlinie landen zumeist geflissentlich in den Schubladen der Redaktionen der deutschen Medien. Erst wenn die Umsetzungsfrist abläuft und der Kanzler brüllt, hat die Journaille ein reißerisches Thema. Oft zu spät, behaupten die Kritiker. Nach einer aktuellen Studie beschäftigen sich nur fünf Prozent aller EU-Beiträge von deutschen Medien mit der EU. 

Einige beklagen sich, dass viele Reporter in Brüssel ein mangelndes Verständnis für die Abläufe hätten und dass sie entscheidende Ereignisse in den frühen Phasen der Entwicklung verschliefen. Hinzu kommt, dass es Redaktionen von insbesondere Regionalzeitungen schwer falle, komplexe Themen unterzubringen, auch weil sich mit EU-Themen keine Leser binden ließen.

Ein weiteres Problem bestehe darin, dass zu viele Journalisten die Verlautbarungen der Kommission nicht hinterfragen würden und aufgrund der geringen Ressourcen und Kenntnisse gar nicht die Zeit dazu hätten. Lediglich fünf Prozent würden wirklich recherchieren. Noch schlimmer: Viele stellten sich per se schützend vor die Institutionen. 

Hinzu komme, dass der Zugang zur Kommission und den Kommissionsbeamten seit ihrem Wiedereinzug in das Berlaymont-Gebäude erschwert worden sei und dass das Gebahren einiger Kommissionssprecher Unmut in der Branche erwecke. 

Schließlich behaupten Kritiker, ein Teil der gut 1.000 Journalisten in Brüssel werde von Interessengruppen angeheuert. Um diesem entgegenzuwirken, hat die International Federation of Journalists (IJF) einen Verhaltenskodex verabschiedet. 

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