Union und SPD nur noch drei Prozentpunkte voneinander entfernt

Bundestagswahl 2021 - aktuelle Umfragen, Prognosen und Auswertungen. [EPA/FILIP SINGER]

Aufatmen für Armin Laschet? In einer neuen Umfrage kann die CDU/CSU leicht zulegen, die SPD verliert hingegen einen Prozentpunkt.

In den vergangenen Wochen sah es so aus, als wäre das Rennen um das Kanzleramt schon gelaufen: Die SPD lag in den Umfragen deutlich vor der CDU/CDU. Doch jetzt können die Union und ihr Spitzenkandidat Armin Laschet etwas aufatmen. In einer am Montag veröffentlichten Umfrage des Instituts Insa für die „Bild“-Zeitung legt die CDU/CSU um 1,5 Prozentpunkte zu und kommt auf 22 Prozent. Die SPD mit ihrem Kanzlerkandidaten Olaf Scholz verliert einen Punkt und erreicht 25 Prozent.

Kurz vor der Bundestagswahl am 26. September ist also wieder alles drin. Die Grünen halten derweil ihren Kurs. Wie schon in der Vorwoche bleiben sie weiter bei 15 Prozent. Die FDP fällt leicht um einen halben Prozentpunkt und steht aktuell bei 12 Prozent. Auch die AfD büßt einen halben Prozentpunkt ein und landet bei elf Prozent. Die Linke bleibt weiter bei 6,5 Prozent.

Die Umfragen zeigen, wie eng die Parteien beieinander liegen. Trotzdem ist bei der Interpretation Vorsicht geboten. Denn solche Umfragen sind zwar repräsentativ, haben aber im Schnitt auch eine statistische Unsicherheit von rund drei Prozentpunkten. Hinzu kommt, dass nicht nachzuvollziehen ist, ob alle Befragten ehrlich antworten oder doch ihre Entscheidung vor der Wahl noch ändern. Die Wahl könnte also durchaus anders ausgehen, als Umfragen vorhersagen.

Für den Insa-Meinungstrend im Auftrag von „Bild“ wurden vom 17. – bis zum 20. September 2021 insgesamt 2054 Bürger und Bürgerinnen befragt. Laschet gibt sich angesichts der leicht verbesserter Umfragewerte siegesgewiss. „Ich bin der festen Überzeugung, dass die Union diese Bundestagswahl gewinnen wird“, sagte der CDU-Vorsitzende am Montag in Berlin. Man befände sich in einer „Aufholjagd“, das Rennen sei offen wie nie. Fast jeder Vierte wisse noch nicht endgültig, welche Partei er wählen werde.

Kanzlerfrage: Scholz deutlich vorne

Auch CSU-Chef Markus Söder betonte nach einer Vorstandssitzung seiner Partei in München, die Wahl sei noch nicht gelaufen – es werde ein Wimpernschlagfinale. Seit dem CSU-Parteitag vor einer Woche gebe es einen spürbaren Stimmungswechsel, „die Talfahrt der letzten Wochen ist gestoppt“. Die CSU werde nun bis zur Wahl um jede Stimme kämpfen.

Bei der Frage, wer der nächste Bundeskanzler werden soll, liegt Olaf Scholz aber immer noch weit vor seinem Herausforderer von der Union. Einer Umfrage von Insa für die „Bild am Sonntag“ zeigt: 31 Prozent möchten, dass Scholz Kanzler wird. Armin Laschet und Annalena Baerbock von den Grünen liegen weit abgeschlagen auf dem zweiten Platz, mit jeweils 12 Prozent.

Unter den möglichen Koalitionen hätte ein rot-schwarzes Bündnis mit zusammen 47 Prozent eine parlamentarische Mehrheit. Auch eine Jamaika-Koalition aus CDU/CSU, Grünen und FDP käme mit zusammen 49 Prozent auf eine parlamentarische Mehrheit, ebenso Rot-Grün-Rot (46,5 Prozent). Eine Ampel-Koalition aus SPD, FDP und Grünen käme auf zusammen 52 Prozent.

Ein Blick auf das Social Media Dashboard des Tagesspiegels zeigt mögliche Gründe, warum die SPD in den Umfragen leicht einbüßen muss. Auf Instagram und Twitter kommen gerade häufig die Hashtags #cumex und #wirecard im Zusammenhang mit Olaf Scholz vor. Scholz Verwicklung in diese Finanzskandale kam bereits im zweiten Triell der drei Kanzlerkandidierenden zur Sprache, am vergangenen Sonntag musste Scholz dazu erneut Rede und Antwort stehen.

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