Türkei wirft Frankreich Terror-Unterstützung vor

Auf Kollisionskurs: Erdogan und Macron. [EPA-EFE/LUDOVIC MARIN / POOL MAXPPP OUT]

Das Hilfsangebot Frankreichs für eine kurdisch dominierte Miliz in Syrien bringe die beiden Nato-Partner auf Kollisionskurs, sagte der türkische Vizeministerpräsident Bekir Bozdag. Diejenigen, die mit Terrorgruppen gegen die Türkei zusammenarbeiteten und Solidarität zeigten, würden “wie die Terroristen ein Ziel der Türkei werden”, erklärte er über Twitter. “Wir hoffen, dass Frankreich nicht einen solch irrationalen Schritt geht.”

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte zuvor in Paris den Syrischen Demokratischen Kräften (SDF) Unterstützung bei der Stabilisierung der Sicherheitszone im Nordosten Syriens zugesagt, um ein Wiedererstarken der Islamisten-Miliz IS zu verhindern. Zur SDF gehören auch Kämpfer der kurdischen YPG-Miliz. Die Regierung in Ankara sieht in dieser eine Terror-Organisation mit Verbindungen zur verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK.

Erdoğan will "Terrorunterstützung" durch die EU beweisen

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan trifft sich morgen im bulgarischen Varna mit den Präsidenten der EU-Kommission und des Rates, Jean-Claude Juncker und Donald Tusk.

Frankreich schlage in Syrien einen völlig falschen Weg ein, sagte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan. “Wir haben keine Absicht, Soldaten von Verbündeten zu verletzen, aber wir können Terroristen nicht erlauben, sich frei zu bewegen.” Mit Macron habe er sich bei einem Treffen vergangene Woche ein hitziges Wortgefecht geliefert. Ein Angebot Frankreichs, als Vermittler zwischen SDF und der Türkei zu dienen, schlug Erdogan aus. “Wer seid Ihr, dass Ihr von Vermittlung zwischen der Türkei und Terroristen redet”, sagte Erdogan vor Mitgliedern seiner regierenden AKP.

Mitte März hatten türkische Truppen nach einer zweimonatigen Offensive gegen die kurdische YPG-Miliz die nordsyrische Stadt Afrin eingenommen. Die Türkei war deshalb international in die Kritik geraten. Erdogan zufolge bereitet die Türkei weitere Militäraktionen in Nordsyrien vor. Bis hin zur irakischen Grenze sollten die Extremisten vertrieben werden. Die Regierung in Ankara will verhindern, dass sich ein zusammenhängendes kurdisches Einflussgebiet vom Irak über Syrien bis in die Türkei bildet. In der syrischen Stadt Manbidsch sind US-Soldaten im Kampf gegen die Islamisten-Miliz IS Seite an Seite mit YPG-Angehörigen stationiert.

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