Trotz des russischen Angriffskriegs und des angestrebten EU-Beitritts will Serbien weiter gute Beziehungen zu Russland unterhalten. Dies erklärte der serbische Außenminister Ivica Dačić nach einem Treffen mit seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow am Rande einer Konferenz in Antalya.
Serbien, welches offiziell Beitrittskandidat ist, hat sich seit dem russischen Einmarsch in die Ukraine im Jahr 2022 konsequent geweigert, seine Außenpolitik auf die Union auszurichten. Stattdessen hat es mehrere Abkommen mit Russland unterzeichnet, hochrangige diplomatische Besuche abgestattet und sogar den Kauf von Waffen aus Russland gefeiert.
„Wir wollen gute Beziehungen zu Russland entwickeln“, beharrte Dačić gegenüber Reportern nach dem Treffen mit Lawrow.
„Wir sind ihnen dankbar für ihre positive Haltung bei der Sitzung des UN-Sicherheitsrates (zum Kosovo) und wir müssen in erster Linie auf unsere Interessen hinarbeiten“, so Dačić.
Spannungen zwischen Serbien und Kosovo, einer ehemaligen serbischen Provinz, haben sich über das letzte Jahr hinsichtlich die Situation der serbischen Minderheit im Norden des Kosovo zugespitzt. Russland hat Belgrad dabei wiederholt den Rücken gestärkt.
Der russische Einfluss in den Westbalkanstaaten bereitet der EU Anlass zur Sorge, insbesondere im Kosovo, in Montenegro sowie in Bosnien und Herzegowina. Es wird befürchtet, dass dadurch Instabilität und sogar Konflikte entstehen.
„In der heutigen Zeit gibt es einen gewissen russischen Einfluss auf dem Balkan, genauer gesagt in Serbien und Bosnien und Herzegowina“, räumte Dačić ein.
„Ich weiß nicht, welche Art von russischem Einfluss Nordmazedonien daran hindert, Verhandlungen mit der EU aufzunehmen“, sagte er jedoch.
Präsident Aleksandar Vučić erläuterte Serbiens Position in einem Interview mit TASS-Generaldirektor Andrei Kondrashov.
Dabei betonte er, dass er „trotz des immensen Drucks aus dem Westen eine unabhängige Politik in Bezug auf die Ablehnung antirussischer Sanktionen beibehalten will.“
„Wir wollen uns nicht rühmen oder ähnliches, aber wie Sie sehen können, wird meine Antwort weiterhin lauten, dass wir uns bemühen werden, unsere Position so lange wie möglich zu verteidigen“, fügte er hinzu.
„Das ist uns in den letzten zwei Jahren gelungen. Ob wir das auch weiterhin tun werden – ich weiß es nicht, aber ich hoffe es“, so Vučić.

