Nato fordert von Iran nach Attacke auf Tanker Achtung internationalen Seerechts

Der Iran steht in der Kritik weil das Land vermutlich einen Rumänen und einen Briten bei einem Drohnenangriff auf ein israelisches Schiff getötet hat. EPA/MATT CAMPBELL

Nach dem mutmaßlichen Drohnenangriff auf einen Öltanker im Indischen Ozean hat die Nato den Iran zur Achtung internationalen Seerechts aufgefordert. „Die Freiheit der Schifffahrt ist lebenswichtig für alle Nato-Partner“, betonte Nato-Sprecher Dylan White am Dienstag (3. August).

Auch die EU verurteilte den Vorfall. Bei dem Anschlag auf den von der Firma eines israelischen Unternehmers betriebenen Tanker waren ein Brite und ein Rumäne getötet worden.

Großbritannien, die Vereinigten Staaten und Rumänien seien zu dem Schluss gekommen, „dass der Iran aller Wahrscheinlichkeit nach verantwortlich für diesen Vorfall ist“, sagte White. Die Nato-Verbündeten seien „besorgt“ angesichts der „destabilisierenden Aktivitäten des Iran in der Region“ und riefen „Teheran dazu auf, seinen internationalen Verpflichtungen nachzukommen“.

Die außenpolitische Sprecherin der EU, Nabila Massrali, sagte vor Journalisten, die „genauen Umstände des Angriffs“ müssten noch geklärt werden. Die von den USA, Großbritannien und Israel geführten Ermittlungen zu dem Vorfall würden zur Kenntnis genommen. „Dies ist ein Akt, der gegen die Freiheit der Schifffahrt gerichtet war und der natürlich inakzeptabel ist“, fügte sie hinzu.

Großbritannien und Rumänien – beides Mitgliedstaaten der Nato – hatten eine „gemeinsame Antwort“ auf die Attacke auf den Öltanker „MT Mercer Street“ gefordert. Der Angriff hatte sich am Donnerstag (29. Juli) vor der Küste des Oman ereignet.

Die USA erklärten anschließend, es gebe „klare“ Hinweise darauf, dass der Angriff mit Drohnen ausgeführt worden sei. Nach einem Notruf der Besatzung waren US-Marinesoldaten der „MT Mercer Street“ zur Hilfe gekommen und auch an Bord des Schiffs gegangen.

Teheran hatte die Anschuldigungen vehement zurückgewiesen. Die iranische Regierung warnte das Ausland vor politischen „Abenteuern“, auf die sie „sofort und entschlossen“ reagieren werde.

Experten zufolge spricht vieles dafür, dass der Angriff auf die „MT Mercer Street“ Teil eines „Schattenkriegs“ zwischen Israel und dem Iran ist. Nach Angaben der auf maritime Sicherheit spezialisierten Firma Dryad Global gab es seit Februar bereits fünf Attacken auf Schiffe, die in Verbindung mit Israel standen. Im selben Zeitraum wurden demnach zwei Schiffe mit Verbindungen zum Iran angegriffen.

Am frühen Dienstagmorgen (3. August) legte die „MT Mercer Street“ vor Fudschaira in den Vereinigten Arabischen Emiraten an, wie ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP berichtete.

Die Schäden an dem Schiff waren nach seinen Angaben wegen der hohen Luftfeuchtigkeit schlecht zu erkennen. Die Vereinigten Arabischen Emirate, die im vergangenen Jahr ihre Beziehungen zu Israel normalisiert hatten, äußerten sich bisher nicht offiziell zu dem Angriff auf den Tanker.

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