Minister – Belarussische Oppositionsführerin Tichanowskaja ist in Litauen

Swetlana Tichanowskaja (links) bei einer Wahlkampf-Veranstaltung im Juli. [TATYANA ZENKOVICH/EPA]

Die belarussische Oppositionsführerin Swetlana Tichanowskaja ist inmitten der Proteste nach der Präsidentenwahl nach Litauen gereist.

Sie sei in Litauen und in Sicherheit, twitterte der litauische Außenminister Linas Linkevicius am Dienstag. Ihr Stab hatte sie am Montag telefonisch nicht erreichen können, nachdem sie das Gebäude der Wahlkommission verlassen hatte.

Tichanowskaja war bei der Wahl am Sonntag als Hauptrivalin von Amtsinhaber Alexander Lukaschenko ins Rennen gegangen, der Belarus seit 1994 autoritär regiert und von der Wahlkommission zum klaren Gewinner erklärt wurde. Sie betrachtet sich selbst allerdings als Siegerin und wirft Lukaschenko Wahlbetrug vor. Tichanowskaja hatte ihre Kandidatur verkündet, nachdem ihr Ehemann, ein bekannter Blogger, im Mai festgenommen wurde.

Sturz Lukaschenkos oder harte Diktatur?

Nach der Präsidentenwahl in Belarus tobt ein Machtkampf zwischen dem autoritären Amtsinhaber Alexander Lukaschenko, der sich zum Sieger erklärt, und der Opposition. Bei den Protesten ist ein Mann ums Leben gekommen.

Nach der Wahl in Belarus hatten Tausende Menschen gegen Lukaschenko protestiert. Dabei wurden zahlreiche Demonstranten festgenommen. Die EU kritisierte – ebenso wie die Bundesregierung, Frankreich und Großbritannien – einen “unverhältnismäßigen und inakzeptablen Einsatz staatlicher Gewalt” am Rande der Abstimmung.

Westliche Beobachter stuften die Abstimmung – wie alle anderen Wahlen seit 1995 in dem Land – als weder frei noch fair ein.

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