EZB senkt Leitzins auf Rekordtief

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat den Leitzins am heutigen Donnerstagnachmittag (7. November) überraschend um ein Viertelprozent auf 0,25 Prozent herabgesetzt – so wenig wie noch nie.

Trotz des historischen Tiefststands schließt EZB-Präsident Mario Draghi eine weitere Zinssenkung nicht aus: "Wir haben die Null-Linie noch nicht erreicht. Wir könnten vom Prinzip her noch weiter gehen." Zwar sehe er momentan noch nicht die Gefahr einer Deflation im Euro-Raum. "Aber wir stehen vor einer längeren Phase mit niedriger Inflation", so Draghi.

Am Devisenmarkt sorgten die Zinssenkung und die Äußerungen Draghis für einen Absturz des Euro. An den Aktienbörsen ging es dagegen steil bergauf: Der Dax kletterte in Frankfurt auf ein Rekordhoch.

Die Banken und Versicherer kritisieren die Entscheidung der EZB: Von einem "fatalen Signal" für all jene deutschen Sparer, die fürs Alter vorsorgten, sprach etwa der Versicherungsverband GDV. "Die niedrigen Zinsen gehen massiv zu ihren Lasten."

Applaus kam dagegen aus Italien: Regierungschef Enrico Letta nannte den Beschluss der Währungshüter "großartig". Frankreichs Finanzminister Pierre Moscovici sprach von einer Stütze für die Konjunkturerholung in der Euro-Zone.

EURACTIV/rtr/pat

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