EU verurteilt erneute Entsendung von türkischem Gas-Erkundungsschiff

EU-Außenpolitikchef Josip Borrell bei einer Pressekonferenz nach dem Rat der AußenministerInnen. [JEAN-CHRISTOPHE VERHAEGEN / POOL / EPA]

Die EU hat die erneute Entsendung eines türkischen Gas-Erkundungsschiffs ins Mittelmeer verurteilt.

Dies werde im Gas-Streit mit Griechenland und Zypern zu „neuen Spannungen“ statt zu einer Deeskalation führen, sagte der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell am Montag nach einem Treffen der EU-Außenminister in Luxemburg vor Journalisten. „Wir sind der Auffassung, dass die Türkei aktiv nach Lösungen suchen muss und sich nicht negativ verhalten sollte.“

Die EU-Staats- und Regierungschefs treffen sich am Donnerstag und Freitag zu Gesprächen über den Brexit und die Klimakrise in Brüssel. Borrell zufolge soll es dabei auch um die jüngsten Entwicklungen im Gas-Streit gehen.

Fall Nawalny sorgt für neue EU-Sanktionen gegen Russland

Die EU-Außenminister beschlossen Strafmaßnahmen wegen der Vergiftung des Oppositionellen Alexej Nawalny in Russland. Der Dialog mit dem Kreml zu anderen Krisenherden soll aber weitergehen.

Die Türkei hatte am Sonntag angekündigt, das Forschungsschiff „Oruc Reis“ auf der Suche nach Gasvorkommen erneut ins östliche Mittelmeer zu entsenden. Die „Oruc Reis“ wird demnach unter anderem südlich der griechischen Insel Kastelorizo unterwegs sein. Griechenland beansprucht die Gewässer rund um Kastelorizo für sich. Dies weist die Türkei zurück.

Seit der Entdeckung reicher Gasvorkommen im östlichen Mittelmeer gibt es heftigen Streit um deren Ausbeutung. Sowohl die EU-Mitglieder Griechenland und Zypern als auch die Türkei erheben Anspruch auf die betreffenden Seegebiete. Ankara und Athen haben ihre Position auch durch die Entsendung von Kriegsschiffen verdeutlicht. Dies hat Sorgen in der EU verstärkt, dass der Streit zu einem militärischen Konflikt zwischen den Nato-Partnern führen könnte.

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