Deutsche Börse setzt auf grünes Licht der EU für Mega-Fusion

Die Deutsche Börse will mit der London Stock Exchange zur Mega-Börse fusionieren. [Foto: dpa]

Deutsche-Börse-Chef Carsten Kengeter setzt auf eine Zustimmung der EU-Kommission zur geplanten Mega-Fusion mit der London Stock Exchange (LSE).

Er zeigte sich in einem am Mittwochabend veröffentlichten Interview mit dem „Handelsblatt“ zuversichtlich, dass der Konzern mit dem geplanten Verkauf des französischen Abwicklungshauses Clearnet SA die Vorbehalte der Wettbewerbshüter beseitigen kann. „Wir glauben, dass wir so für die überwiegende Mehrzahl der Bedenken aus Brüssel Abhilfe schaffen können“, sagte Kengeter.

In der vergangenen Woche hatten die Wettbewerbshüter eine Reihe von Einwänden gegen den gut 25 Milliarden Euro schweren Deal vorgebracht. Sie fürchten eine marktdominierende Stellung der fusionierten Börse bei der Abwicklung von Derivategeschäften (Clearing) in Europa. Den geplanten Verkauf der Clearnet SA an den Konkurrenten Euronext hat die Kommission bei ihrer Prüfung bislang noch nicht berücksichtigt.

Eine Änderung der Pläne, wonach die Holdinggesellschaft der Mega-Börse alleine in London angesiedelt wird, stehe derzeit nicht zur Debatte, bekräftigte Kengeter. „Wir haben einen Vertrag mit unserem Fusionspartner abgeschlossen.“ Mehrere deutsche Politiker und auch BaFin-Präsident Felix Hufeld haben betont, dass die fusionierte Börse nach dem Brexit-Votum nicht mehr alleine in London angesiedelt werden kann.

Neben der Zustimmung der EU-Kommission gilt die Genehmigung durch die hessische Börsenaufsicht als größtes Hindernis für die Fusion. Der Deal sei „sowohl für London als auch für Frankfurt“ von Vorteil, warb Kengeter. „Und das ist kein Nullsummenspiel.“ Unterhalb der Holdinggesellschaft bleiben die LSE und die Deutsche Börse erhalten. Kengeter betonte, dass die Einheiten der beiden Börsen weiter von den zuständigen Aufsehern überwacht würden. Die Frage, ob Hessen nach der Verschmelzung noch Zugriff auf die Holdinggesellschaft hat, könnte für das Votum der Börsenaufsicht nach Einschätzung von Insidern eine entscheidende Rolle spielen.

 

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