Barroso heißt neue britische EU-Kommissarin willkommen [DE]

-A +A

Kommissionspräsident José Manuel Barroso begrüßte die Ernennung von Baroness Ashton, die am Freitag (3. Oktober 2008) als Nachfolgerin des scheidenden EU-Handelskommissars Peter Mandelson nominiert wurde. 

Mandelsons Rücktritt wurde am Freitag (3. Oktober 2008) in Brüssel mit großer Überraschung aufgenommen. Er verlässt die Kommission, um als Handelsminister in die britische Regierung zurückzukehren.

Seine Ablösung durch Baroness Ashton of Upholland, die bis dato die Geschäftsführerin der Regierung im britischen Oberhaus war, wurde von Kommissionspräsident Barroso begrüßt.

Dennoch könnte ihre Zeit als EU-Handelskommissarin bald schon wieder vorüber sein, da das Mandat der aktuellen Kommission im Oktober 2009 auslaufen wird. 

Ashton wird sich nun in einer Fragestunde den Mitgliedern des Europäischen Parlaments zur Verfügung stellen müssen, bevor sie ihr neues Amt antreten kann. 

In einem Statement sagte Barroso, dass er mit dem Profil der neuen Kommissarin sehr zufrieden sei. Ihr sei die Annahme des Lissabon-Vertrags im Oberhaus zu verdanken.

Sie habe eine gründliche Kenntnis bei Wirtschaftsfragen, sagte Barrosos Sprecher Johannes Laitenberger am Freitag beim regelmäßigen Presse-Briefing der Kommission. Sie habe eine gründliche Kenntnis bei Rechtsfragen und sie habe sich bereits vorher mit Wirtschaftsfragen auseinandergesetzt. 

Tatsächlich liegt Ashtons Berufserfahrung mehr im Arbeits- und Bildungsbereich als im Handelsbereich. Sie sei vorher Parlamentarische Sekretärin im Ministerium für Bildung und berufliche Bildung, Parlamentarische Sekretärin im Ministerium für Verfassungsfragen und Parlamentarische Sekretärin im Justizministerium gewesen, wo sie auch für die Auswirkungen des Anwaltsberufs auf den Handel zuständig war, so ein Statement der Kommission. 

Mandelsons Amtszeit als Handelskommissar wurde durch das Scheitern der weltweiten Handelsgespräche in der so genannten Doha-Runde geprägt, die darauf abzielten, den Entwicklungsländern neue Marktzugänge bereitzustellen. 

Und nicht jeder in Brüssel war über seinen Abschied unglücklich. Kommissar Mandelson habe es unglücklicherweise nicht geschafft, sicherzustellen, dass die EU bei ihren Handelsbeziehungen mit den ehemaligen Kolonien Entwicklungsaspekte vor das Eigeninteresse stellt, sagte Luis Morago, der Leiter des Oxfam-Büros in Brüssel, in einer Erklärung.

Obwohl es vor kurzem einige Verbesserungen bei der EU-Position gegeben habe, seien die Anforderungen an die Entwicklungsländer immer noch unangemessen und ihre möglichen Auswirkungen ungewiss, bis sich weitere Details abzeichnen. 

Links: 
Anzeige