Ärger um Verheugens Beratungsfirma
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Der britische Premier David Cameron (L) betonte bei seinem USA-Besuch die untergeordnete Rolle Großbritanniens. Zuhause brachte er Veteranen und Historiker gegen sich auf. Foto: dpa.
Aktuell - Montag 26 Juli 2010 - Wahlen und Macht
Ausgerechnet David Cameron hat die nationalen Gefühle der Briten verletzt. Der konservative Regierungschef stellte im Rahmen seines USA-Besuches die Rolle Großbritanniens im Zweiten Weltkrieg in Frage...
"Tatsache ist, wir sind ein sehr effizienter Partner der USA, aber wir sind der Juniorpartner. Wir waren auch der Juniorpartner 1940, als wir gegen die Nazis kämpften", so Cameron vergangene Woche in einem TV-Interview mit
Sky News.
Die Äußerung provozierte zuhause einen Sturm der Entrüstung und machte deutlich, wie leidenschaftlich die ehemalige Großmacht die eigene Geschichte diskutieren kann. "Würde Winston Churchill noch leben, er wäre tief bestürzt", kommentierte Weltkriegsveteran General Sir Patrick Cordingley. Churchill zählt auch zu Camerons größten Vorbildern.
Mark Cann von der British Forces Foundation kommentierte: "Wir waren der Seniorpartner, als es darum ging, die Nazis zu stoppen."
Die britische Presse wartete mit einer Flut von Fakten auf, um die These vom "Juniorpartner" zu widerlegen: Die USA traten erst spät in den Krieg mit Deutschland ein, nämlich 1941. Die Briten stellten bis 1944 weit mehr Soldaten und hatten auch mehr Opfer zu beklagen. Etwa 450.000 britische Soldaten starben, und rund 420.000 amerikanische.
"Großbritannien war bis 1943 in Fragen der Strategie der dominante Partner", erklärte der Historiker Andrew Roberts in der
Dailymail.
Die Regierung versuchte schnellstens, den Schaden zu begrenzen. Cameron habe niemals beabsichtigt, die Anstrengungen der britischen Truppen herabzuwürdigen, erklärte eine Sprecherin. Cameron habe großen Respekt vor den Streitkräften. Die Äußerungen hätten sich auf die aktuellen Beziehungen zu den USA bezogen.
Ob die Briten es gerne hören, wenn sie Cameron immer wieder als Juniorpartner der USA bezeichnet, bleibt allerdings ebenso fraglich. Der frühere Premier Tony Blair war zu Beginn des Irak-Kriegs in die Kritik geraten, er mache Großbritannien zum "Schoßhund" der Bush-Regierung.
Cameron hatte handfeste Gründe, der USA alle Ehre zu erweisen. Sowohl die vom Ölkonzern BP zu verantwortende Ölkatastrophe als auch die Freilassung des Lockerbie-Attentäters haben den Beziehungen deutliche Kratzer verpasst.
awr
Sky News:
Interview mit David Cameron (21. Juli 2010)
Dailymail:
Cameron's historic blunder: Fury as PM says we were 'junior partner' to Americans in 1940 (22. Juli 2010)
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