Termin für Europawahlen 2014 vorverlegt
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Rumäniens verurteilter Ex-Premier Adrian Năstase wird nach einem Selbstmordversuch ins Krankenhaus gebracht. Foto: dpa
Aktuell - Donnerstag 21 Juni 2012 - Wahlen und Macht
Der ehemalige rumänische Premierminister Adrian Năstase wollte mit einem Selbstmordversuch einer Haftstrafe entgehen. Der unter Korruptionsverdacht stehende Ex-Politiker überlebte schwer verletzt. Sein Anwalt will nun vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) ziehen.
Adrian Năstase, Rumäniens Premierminister zwischen 2000 und 2004, unternahm am Mittwoch (20. Juni) einen Suizidversuch, kurz nachdem er vom Obersten Gerichtshof wegen Korruption zu zwei Jahren Haft verurteilt worden war. Er sagte den Polizeibeamten, die vor seinem Haus auf ihn warteten, dass er einige Bücher aus seiner Bibliothek holen wollte. Kurze Zeit später hörten Journalisten und Schaulustige ein Geräusch, das wie ein Schuss klang.
Năstase, der als passionierter Jäger einen Waffenschein besitzt, hat nach Angaben der Behördern versucht, sich mit einem Schuss in den Nacken zu töten. Die geplante Festnahme war vom rumänischen Fernsehen gefilmt worden. Die Fernsehbilder zeigten auch wie Năstase ins Krankenhaus gebracht wurde.
Der frühere Premierminister war verurteilt worden, weil er 2004 illegal Gelder für seinen erfolglosen Wahlkampf eingetrieben haben soll. Er hat diesen Vorwurf stets bestritten und sie als politisch motiviert bezeichnet. Zudem steht Năstase wegen zwei Korruptionsfällen und Machtmissbrauch während seiner Amtszeit vor Gericht. Ein Fall betrifft betrifft sein Haus, das er in Bukarests wohlhabendster Gegend 25 Mal günstiger als zum Marktpreis kaufte. Der andere Fall bezieht sich auf einen Geldtransfer in Höhe von 400.000 Euro auf das Bankkonto eines angeblichen Verwandten.
Das nationale Antikorruptionskomitee hat den Vorwurf erhoben, dass Năstase zwischen 2001 und 2006 durch Bestechung und Machtmissbrauch etwa 1,4 Millionen Euro Profit erzielt habe.
Ion Cazacu, einer von Năstases Anwälten, sagte er werde den Fall vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) bringen und sprach vom "größten juristischen Fehler", den er je erlebt habe.
Die EU hat Rumänien seit seinem EU-Beitritt 2007 regelmäßig für seinen unzureichnenden Kampf gegen Korruption gerügt.
EurActiv
EurActiv Brüssel:
Ex-Romanian PM, imprisoned for corruption, attempts suicide (21. Juni 2012)
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