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Bislang ist die Führungsriege der EU ein "Männerverein". Diana Wallis (Foto), Vize-Präsidentin des EU-Parlaments und Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes fordern ein Umsteuern in letzter Sekunde. Foto: EP.
Aktuell - Montag 16 November 2009 - Wahlen und Macht
In der jetzigen EU-Kommission arbeiten 19 Männer und nur 8 Frauen. Von einer Gleichstellung der Geschlechter kann allen Beteuerungen zum Trotz keine Rede sein. Neelie Kroes und Diana Wallis appelieren in letzter Sekunde, dies bei der Vergabe der neuen Topjobs zu ändern.
Vor dem EU-Sondergipfel zur Besetzung der EU-Topjobs am Donnerstag fordern Spitzenpolitikerinnen der EU, die Posten mit Frauen zu besetzen. Zu vergeben sind die Ämter der ständigen EU-Ratspräsidentin und der EU-"Außenministerin" (
Siehe EurActiv.de vom 10. November 2009). Bislang sind in erster Linie männliche Kandidaten im Gespräch. Als weibliche Kandidaten werden Vaira Vike-Freiberga, Mary Robinson und Tarja Halonen genannt (
Siehe EurActiv.de vom 30. Oktober 2009).
Die Gleichberechtigung der Geschlechter ist seit Jahrzehnten offizielle EU-Politik. In einem Brief an die
"Financial Times" (16. November 2009) erkären EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes, die stellvertretende Vorsitzende der EU-Kommission Margot Wallström und Diana Wallis, Vize-Präsidentin des EU-Parlaments: "Es ist Zeit, den Worten durch die Ernennung von Frauen zu Führungspositionen in der EU Taten folgen zu lassen". Die Ernennung einer Frau mache Europa reicher, repräsentativer und bringe es allen Bürgern näher.
Die Politikerinnen fordern, auch die Kommission ausgewogen zu besetzen. Sollte dies nicht gelingen, wäre dies "schlecht für Europa, schlecht für die Demokratie und schlecht für die Frauen". Momentan stehen die Chancen allerdings schlecht. "Es sieht immer noch so aus, dass der neuen Kommission weniger Frauen angehören werden als der aktuellen", heißt es in dem Brief. Der jetzigen Kommission gehören acht Frauen und neunzehn Männer an.
Die EU-Abgeordnete Christel Schaldemose setzt sich mit der Initiative "
Females in Front" seit Monaten dafür ein, mindestens einer der vier "Top-Jobs" der EU an eine Frau zu vergeben (
Siehe EurActiv.de vom 30. Oktober 2009). Die Posten des Kommissions- und Parlamentspräsidenten sind allerdings schon weg.
awr
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