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Souverän gewonnen: ÖVP-Chef Joseph Pröll.
Aktuell - 7 Juni 2009 - Wahlen und Macht
Überraschungen aus Österreich: Die konservative ÖVP erreichte mit klarem Vorsprung Platz eins vor der SPÖ, die massive Verluste gegenüber 2004 erlitten hat. Auch in Österreich ist die Wahlbeteiligung mit 42,4 Prozent gegenüber 2004 leicht gesunken.
Der EU-Rebell Hans-Peter Martin platzierte sich deutlich auf Rang drei, dahinter landeten die rechtsgerichtete FPÖ und die Grünen. Abgeschlagen auf Platz fünf fand sich das rechtspopulistische BZÖ und zittert um den Einzug ins EU-Parlament.
FPÖ hinter den Erwartungen
Die FPÖ konnte ihren Stimmenanteil fast verdoppeln, blieb aber hinter den Erwartungen zurück und kam nur auf Platz vier. Die österreichischen Grünen mussten Verluste hinnehmen und sich mit dem fünften Platz zufrieden geben.
Das BZÖ – die Partei des verunglückten Politikers Jörg Haider - verpasst bei seinem ersten Antreten bei einer EU-Wahl mit nur 4,7 Prozent der Stimmen den Einzug ins Parlament. Die KPÖ genauso wie die Jungen Liberalen (JuLis) bleiben ebenfalls draußen.
Schlechtestes Bundesergebnis für SPÖ
Die SPÖ erzielt mit 23,8 Prozent das schlechteste Ergebnis und den größten Verlust bei Bundeswahlen seit dem Krieg. Die SPÖ erleidet damit das größte Debakel der sechs Wahlen, die bisher unter Bundesparteichef Faymann geschlagen wurden.
SPÖ-Bundesgeschäftsführer Günther Kräuter sah in einer ersten Reaktion die Schuld für die Verluste vordergründig nicht bei der Bundesgeschäftsführung oder dem Spitzenkandidaten Hannes Swoboda.
ÖVP-Chef Pröll: "Tag der Freude"
ÖVP-Chef Josef Pröll sprach von einem "Tag der Freude". "Wenn wir Nummer eins sind, dann ist es der erste bundesweite Sieg der ÖVP seit 2002."
ÖVP-Generalsekretär Fritz Kaltenegger sagte, die ÖVP habe ihr Wahlziel, Nummer eins in Österreich zu werden, klar erreicht. Die ÖVP sei mit einem pro-europäischen Kurs angetreten, und der sei gewählt worden.
Martin erfreut
Martin zeigte sich erfreut und sagte, das Abschneiden seiner Liste (17,9 Prozent) sei ein Misstrauensbeweis gegenüber den herkömmlichen Parteien - hin zu einer Bürgerdemokratie. Es sei ein Signal, dass sich in Österreich etwas ändern müsse. Der Rechtsruck sei ausgeblieben.
Strache: "Riesenerfolg für FPÖ"
Die FPÖ habe den größten Zuwachs in Prozenten eingefahren, freute sich Parteichef Heinz-Christian Strache über den "Riesenerfolg" der FPÖ. Er wies auch auf die geringe Wahlbeteiligung hin und interpretierte sie als Absage an die regierenden Parteien.
Die Ergebnisse (8. Juni 2009, 13.30 Uhr)
Wahlbeteiligung: 42,4 Prozent
ÖVP: 29,7 Prozent, 6 Mandate
SPÖ: 23,8 Prozent, 5 Mandate
Martin: 17,9 Prozent, 3 Mandate
FPÖ: 13,1 Prozent, 2 Mandate
Grüne: 9,5 Prozent, 1 Mandate
BZÖ: 4,7 Prozent, 0 Mandate
Sonstige: 1,3 Prozent, 0 Mandate
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