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Christian Wulff greift nach dem höchsten Amt im Staate (Foto: dpa)
Aktuell - Donnerstag 3 Juni 2010 - Wahlen und Macht
Der nächste Bundespräsident Deutschlands wird wohl Christian Wulff (50) heißen. Darauf einigten sich Donnerstag abend CDU, CSU und FDP. Die Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen kann sich damit weiterhin die Karten als Kanzler-Reserve für den Fall des Falles offenhalten. Die Opposition will Joachim Gauck aufstellen.
Am Donnerstagabend taten sie es in einer gemeinsamen Erklärung kund: Bundeskanzlerin und CDU-Chefin Angela Merkel, Bayerns Ministerpräsident und CSU-Chef Horst Seehofer sowie Außenminister und FDP-Chef Guido Westerwelle stellten ihren Kandidaten vor.
Er wolle alles tun, um den Zusammenhalt der Bevölkerung zu stärken, versprach Wulff, der als Nachfolger des zurückgetretenen Horst Köhler ins Schloss Bellevue einzieht, sofern ihn die Bundesversammlung am 30. Juni erwartungsgemäß wählt.
Merkel beschreibt Wulff als jemanden, "der immer neugierig auf Menschen ist" und der kreativ mit Menschen umgehe. Außerdem stehe Wulff für ein "Wertesystem, das Orientierung gibt". Sie halte ihn für einen wunderbaren zukünftigen Bundespräsidenten. Er übernehme in der Weltwirtschaftskrise Verantwortung für Deutschland.
Westerwelle lobte Wulffs "klaren inneren Kompass". "Wir bekommen einen sehr guten Bundespräsidenten."
Wulff will den Deutschen Mut machen und etwas für mehr Optimismus in schwierigen Zeiten tun.
Arbeitsministerin
Ursula von der Leyen (CDU) galt als Favoritin auch der Bundeskanzlerin selbst bis Donnerstag Mittag. Dann zeichnete sich allmählich der Schwenk zugunsten ihres niedersächsischen Landsmanns Wulff ab.
SPD und Grüne zeigten sich verärgert, dass die Koalitionsparteien keinen überparteilichen Kandidaten präsentieren. Sie wollen diesen Freitag Joachim Gauck als Gegenkandidaten vorschlagen. Gauck, ehemaliger Pfarrer und Dissident in der DDR, später Chef der Stasi-Unterlagen-Behörde, soll sich mit der Kandidatur bereits einverstanden erklärt haben.
Nun ist Deutschland gespannt auf den öffentlichen Auftritt Horst Köhlers am 15. Juni und auf die Reaktion der Spitzenpolitiker. Der bisherige Bundespräsident hat zugesagt, eine Einladung von Bundesratspräsident Jens Böhrnsen zum Großen Zapfenstreich vor dem Schloss Bellevue zwecks feierlicher Verabschiedung anzunehmen.
ekö

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