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Lesen Sie weiterInnerhalb der OECD wird der Faktor Arbeit nur in Belgien noch stärker belastet als in Deutschland. Foto: Paul-Georg Meister / pixelio.de
Aktuell - Mittwoch 25 April 2012 - Unternehmen und Arbeit
Die Arbeitskosten in den EU schwanken enorm von Land zu Land: Die Bandbreite reichte 2011 von 3,50 Euro bis 39,30 Euro pro Stunde. In Deutschland sind die Arbeitskosten in den vergangenen zehn Jahren EU-weit am wenigsten gestiegen. Zugleich wird der Faktor Arbeit innerhalb der OECD nur noch in Belgien stärker belastet als in Deutschland.
Innerhalb der EU variierten die Arbeitskosten der Mitgliedstaaten zwischen 3,50 Euro und 39,30 Euro pro Stunde. Das geht aus den jüngsten
Daten von Eurostat hervor.
Im Jahr 2011 wurden die höchsten Arbeitskosten pro Stunde für Belgien (39,3 Euro), Schweden (39,1 Euro), Dänemark (38,6 Euro), Frankreich (34,2 Euro), Luxemburg (33,7 Euro), die Niederlande (31,1 Euro) und Deutschland (30,1 Euro) geschätzt.
Die niedrigsten Arbeitskosten pro Stunde wurden für Bulgarien (3,5 Euro), Rumänien (4,2 Euro im Jahr 2010), Litauen (5,5 Euro) und Lettland (5,9 Euro) geschätzt.
Die Arbeitskosten setzen sich aus Bruttolöhnen und -gehältern sowie Lohnnebenkosten, wie etwa den Sozialbeiträgen der Arbeitgeber, zusammen.
Das Statistische Bundesamt hat die Eurostat-Daten einem Langzeitvergleich unterzogen und
festgestellt, dass Deutschland bei der Entwicklung der Arbeitskosten in der Privatwirtschaft eine Sonderstellung einnimmt. Zwischen 2001 und 2011 hatte Deutschland mit + 19,4 Prozent den mit Abstand geringsten Anstieg der Arbeitskosten aller Mitgliedstaaten der EU. Zum Vergleich: In Frankreich sind die Arbeitskosten in diesem Zeitraum mit + 39,2 Prozent mehr als doppelt so stark gestiegen.
Die Arbeitsmarkt-Experten der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) haben am Mittwoch (25. April 2012) zudem neue Zahlen zu der Abgaben- und Steuerlast auf den Faktor Arbeit
vorgelegt. Demnach wurde der Trend zu niedrigeren Steuern und Abgaben in Deutschland gebrochen. "Nach einem kontinuierlichen Rückgang in den vergangenen Jahren ist der Anteil von Steuern und Abgaben an den Gesamtarbeitskosten in Deutschland 2011 wieder leicht gestiegen", heißt es in der OECD-Länderanalyse für Deutschland.
Insgesamt habe sich die Steuer- und Abgabenlast im vergangenen Jahr in 26 von 34 OECD-Ländern erhöht – meistens um weniger als einen Prozentpunkt. Während die Steigerungen in den meisten Ländern auf höhere Einkommenssteuern zurückzuführen waren, erfolgte der Anstieg in Deutschland fast ausschließlich aufgrund gestiegener Sozialabgaben.
"Innerhalb der OECD wird der Faktor Arbeit nur in Belgien (55,5 Prozent) noch stärker belastet als in Deutschland. Besonders ins Gewicht fallen hierbei die Sozialabgaben, die mit über einem Drittel an den Gesamtarbeitskosten den größten Teil der Abgabenlast ausmachen (im Vergleich: der Steueranteil liegt bei rund 16 Prozent)", heißt es im OECD-Länderbericht.
mka
EurActiv.com:
European labour cost study adds fuel to French campaign (25. April 2012)
Eurostat:
Arbeitskosten in der EU27 im Jahr 2011 (24. April 2011)
Statistisches Bundesamt:
EU-Vergleich der Arbeitskosten und Lohnnebenkosten für das Jahr 2011 (24. April 2012)
OECD:
Taxing Wages: Trend zu niedrigeren Steuern und Abgaben in Deutschland gebrochen (25. April 2012)
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